Die israelische Polizei hat zu Wochenbeginn zehn Verdächtige festgenommen, die im Rahmen einer Untersuchung gewalttätiger Vorfälle im Westjordanland am vergangenen Wochenende befragt werden. Wie Arab News berichtete, geht es unter anderem um Angriffe auf eine amerikanische Fotojournalistin und auf europäische Diplomaten, die sich in getrennten Vorfällen ereigneten. Die Polizei nannte die Namen der Festgenommenen nicht und machte keine Vorwürfe gegen sie öffentlich. Die Verdächtigen wurden zur Befragung in Gewahrsam genommen. Die Ermittlungen dauern nach Angaben der Polizei an.
Maskierte israelische Siedler hatten am Freitag die Fotojournalistin Heidi L. attackiert. Die US-Bürgerin arbeitet für die Washington Post und berichtete über die palästinensische Olivenernte im Westjordanland.
Am Samstag wurden europäische Diplomaten und ein französischer Bürgermeister in einem anderen Teil des Westjordanlands von maskierten Siedlern angegriffen. Die Gewalt am Wochenende stieß auf Verurteilung durch die Vereinigten Staaten, den engsten Verbündeten Israels, sowie durch Frankreich, Belgien und Polen. Die Diplomaten aus Belgien und Polen waren ebenfalls unter den Angegriffenen. Außenminister Gideon Saar und das israelische Militär machten israelische Randalierer für den Angriff auf die Diplomaten verantwortlich.
Er sagte, die Diplomaten seien ohne vorherige Abstimmung mit dem Militär in ein sensibles Gebiet mit einer Geschichte von Zusammenstößen gelangt. Die Umstände des Angriffs auf Heidi L. seien dagegen unklar. Seine Koalition wird laut Prognosen bei der Wahl am 27. Oktober ihre Regierungsmehrheit verlieren.
Strafverfolgungen israelischer Siedler sind selten. Der israelische Radiosender Galatz berichtete, bei den Festgenommenen handle es sich um Israelis. Der Inlandsgeheimdienst Shin Bet sei an den Ermittlungen beteiligt.
Die Gewalt gegen Palästinenser nimmt nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Yesh Din zu. Seit dem 27. September seien mindestens 170 Angriffe von Siedlern auf Palästinenser verzeichnet worden. Auch Journalisten, israelische Aktivisten und ausländische Beobachter seien von Angriffen betroffen.
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