Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) plant, die Sprachprüfungen für Zuwanderer strenger zu fassen. Das bestätigte am Montag in Berlin ein Sprecher des Ministeriums, wie die Welt berichtete. Nach Angaben des Ministeriums soll so einem zunehmenden Betrug bei den Tests ein Riegel vorgeschoben werden.
Zuerst hatte die Bild-Zeitung über den Fall berichtet. Demnach sollen Teilnehmer von Integrationskursen die schriftlichen Aufgaben samt Lösungen übers Internet illegal beschafft und im Prüfungsteil „Hören und Lesen“ eingetragen haben. In diesem Abschnitt sind 45 Aufgaben zu lösen, indem die Antworten markiert werden.
Laut der Verordnung kommt es häufig vor, dass dieser Teil vollständig leer bleibt. Erreichen die Geprüften im Sprechen dennoch das geforderte B1-Niveau, gilt die Prüfung bislang trotzdem als bestanden, weil der erste Teil gut ausgefallen ist.
Die entsprechende Verordnung soll ab dem 1. November gelten.
Im vergangenen Jahr haben laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 318.550 Zuwanderer den Deutschtest absolviert. Davon erreichten 175.193 Personen (55 Prozent) das B1-Sprachniveau, mit dem sich Ausländer im Alltag auf Deutsch verständigen können.
Wie viele Prüflinge tatsächlich betrogen haben, konnte der Sprecher nicht sagen.
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