Die Trockenheit in der Schweiz hat nach Angaben der Luzerner Zeitung historische Ausmasse erreicht. Vielerorts sei es seit dem Start der standardisierten Messungen im Jahr 1961 nicht mehr so trocken gewesen. Die Hitze habe zu einer massiven Übersterblichkeit geführt, an der Hunderte Menschen gestorben seien.
Bereits im Frühling hätten Bauern vor der Dürre gewarnt. Im Sommer seien die Wälder verdorrt, und die Rheinschifffahrt sei ins Stocken geraten.
Der Bundesrat habe trotz der Lage Sommerpause gemacht. Bewegung in die Sache habe erst ein zufälliges Treffen zweier Regierungsmitglieder gebracht, und zwar am Marché-Concours in Saignelégier im Jura. Dort seien Umweltminister Albert Rösti und Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider zusammengekommen, und an diesem Treffen habe sich nach Darstellung der Zeitung eine neue Dynamik entwickelt.
Die Luzerner Zeitung stellt die Frage, wie es so weit habe kommen können und wer die Verantwortung trage. In diesem Zusammenhang nennt sie neben Rösti und Baume-Schneider auch Bundespräsident Guy Parmelin.
Inlandredaktor Benjamin Rosch habe bisher unveröffentlichte Dokumente aus der Bundesverwaltung ausgewertet. Die Unterlagen zeigten, wie unterschiedlich die Departemente die Lage eingeschätzt hätten. Laut Rosch belegen die verwaltungsinternen Papiere ein Hickhack um den Krisenstab, um sogenannte Blitz-Verfahren und um die Frage der Kosten.
Im Podcast «Hinter der Schlagzeile» spreche Rosch über politische Versäumnisse und über die Grenzen der Schweizer Krisenorganisation.
Nach Einschätzung der Zeitung hat Rösti Politik lange mit einer Leichtigkeit betrieben, die selbst Niederlagen klein habe wirken lassen. Nun häuften sich die Rückschläge, und der sonst so souveräne Bundesrat wirke plötzlich verletzlich.
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