Die US-Staatsanwaltschaft hat in einer Gerichtsakte in Kalifornien mitgeteilt, dass der festgenommene Ingenieur Abdulrahman A. im Laufe der Jahre 2025 und 2026 häufig mit einem Mitglied der saudischen Königsfamilie in Kontakt gestanden habe, wie die Hindustan Times berichtet.
Der saudische Staatsbürger war am 9. Oktober festgenommen worden. Er soll in einem Gebäude von OpenAI in San Francisco ein verschlüsseltes Aufnahmegerät versteckt haben. Der 35-Jährige arbeitete als Ingenieur bei OpenAI und verdiente ein Grundgehalt von 385.000 US-Dollar, dazu kamen erhebliche Firmenanteile. Nach seiner Festnahme wurde er entlassen.
Die US-Behörden stuften ihn als Fluchtgefahr ein und verweigerten ihm bis zum Prozess die Freilassung auf Kaution.
In der Gerichtsakte führen die Staatsanwälte aus, Abdulrahman A.s Ehefrau und sein kleiner Sohn hätten die USA kurz nach der Festnahme in Richtung Saudi-Arabien verlassen. Die Flugtickets in der Business-Class seien von einem saudischen Militärangehörigen bezahlt worden. Seine erweiterte Familie lebe in Saudi-Arabien, und er habe in den Vereinigten Staaten weder beruflich noch familiär Bindungen. Er sei nur wenige Tage vor seinem geplanten Flug nach Saudi-Arabien festgenommen worden, für den er ein einfaches Ticket gebucht hatte.
Die Staatsanwälte argumentieren, Abdulrahman A. verfüge über erhebliche finanzielle Mittel, darunter mindestens zwei Bankkonten in Saudi-Arabien. Zudem scheine er von einer ausländischen Regierung beträchtlich unterstützt zu werden. Er habe daher wenig Anreiz, in den USA zu bleiben, bis der Fall abgeschlossen sei.
Nach der Darstellung der Anklage stand Abdulrahman A. über WhatsApp in regelmäßigem Austausch mit dem Mitglied der saudischen Königsfamilie, zuletzt noch am 5. Oktober 2026. Das Familienmitglied habe ihn über eine im Königreich startende Initiative für künstliche Intelligenz informiert und wiederholt versucht, ihn für diese zu gewinnen. Dabei habe es gefragt, wann er bei OpenAI kündigen wolle.
Im Mai 2026 soll der Royal Abdulrahman A. geschrieben haben, Saudi-Arabien brauche ihn mehr als die USA. Er habe mit „100“ geantwortet, was volle Zustimmung ausdrücke. Auf die Frage, wann er OpenAI verlassen werde, habe er damals erklärt, er bleibe, bis seine Aktien unverfallbar seien. In der Gerichtsakte wird der saudische Royal nicht namentlich genannt.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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