Kurz vor dem Nationalfeiertag hat ein neu gegründeter Verteidigungs-Thinktank auf Schwächen bei der Verteidigungsfähigkeit Österreichs hingewiesen. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, veröffentlichte das Austrian Defence Lab seinen Monitor am Mittwoch.
Der Monitor trägt den Namen Austrian Defence Monitor und stammt von einem Thinktank, der im Frühjahr gegründet wurde. Dessen erklärtes Ziel ist die umfassende Verteidigungsfähigkeit Österreichs. Bemängelt wird, dass bodengestützte Luftverteidigung mittlerer und großer Reichweite fehlt, ebenso bewaffnete Drohnen und Raketenartillerie. Statt mindestens 36 Kampfflugzeugen stehen nur 15 zur Verfügung. Die Mobilmachungsstärke liegt laut Bericht bei rund 55.000 Soldatinnen und Soldaten, angestrebt sind mindestens 75.000. Kritisiert wird zudem das insgesamt zu niedrige Verteidigungsbudget. Es liegt derzeit bei 1,2 Prozent des BIP. Der Aufbauplan sieht vor, es bis 2032 zumindest auf zwei Prozent anzuheben.
Lücken sieht der Thinktank auch bei der zivilen Landesverteidigung, und zwar in zwei Bereichen. Schutzraumplätze stehen laut Analyse nur für rund fünf Prozent der Bevölkerung zur Verfügung, als Mindestziel gelten 70 Prozent. Positiv fällt dagegen die Zahl der Einsatzkräfte auf. Rund 320.000 aktive Katastrophenschutzkräfte liegen deutlich über dem definierten Optimum von 200.000.
Den besten Befund stellt die Analyse Österreich im Bereich der wirtschaftlichen Landesverteidigung aus.
Die geistige Landesverteidigung ergibt ein gemischtes Ergebnis. Die Zustimmung zum Bundesheer und zur Demokratie fällt hoch aus, was der Monitor positiv bewertet.
Kommentare (0)