Im Süden Italiens breiten sich die Proteste gegen die Teuerung aus, wie die Salzburger Nachrichten berichten. Lkw-Fahrer blockieren Straßen, weshalb zahlreiche Supermärkte ihre Regale kaum noch auffüllen können. In Apulien und Kalabrien hat das bereits zu Engpässen bei der Versorgung geführt.
Die Demonstrierenden richten sich vor allem gegen die drastisch gestiegenen Dieselpreise. Hinzu kommen Kritik an hohen Mautgebühren und die schleppende Auszahlung staatlicher Unterstützung. Auch Landwirte und Spediteure haben sich den Aktionen angeschlossen.
Auf wichtigen Verkehrsachsen wie den Autobahnen A1 und A30 bilden sich lange Staus. Zudem wurden Raffinerien blockiert, ebenso Zufahrten zu Häfen. Verlangt werden sofortige Steuererleichterungen, darunter die vollständige Befreiung von Agrardiesel, sowie konkrete Zusagen der Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Meloni hat Gespräche zugesagt.
Betroffen sind vor allem Apulien, Kalabrien und Sizilien, die größte Mittelmeerinsel Italiens. Auf manchen Tankstellen dort ist Benzin ausgegangen, ebenso Diesel. Aus Supermärkten werden komplett leergeräumte Regale gemeldet. Besonders knapp sind frische Waren wie Obst und Gemüse, doch auch andere Lebensmittel waren teilweise nicht mehr erhältlich.
Die gestiegenen Lebenshaltungskosten, in Italien als „caro vita“, das teure Leben, bezeichnet, beschäftigen das Land seit Monaten. Die Löhne liegen im Durchschnitt niedriger als in vielen anderen europäischen Ländern und sind seit Jahren real nicht gestiegen. Auch bei den Schülerdemonstrationen am Freitag der vergangenen Woche ging es um die hohen Preise; in einigen Städten wurden sie zu schweren Krawallen.
Meloni hatte im vergangenen Monat angekündigt, dass der Staat im nächsten Jahr teilweise auf die Kfz-Steuer verzichte. Die nächste Wahl in Italien findet 2027 statt.
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