Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen hat die Marke von fünf Prozent überschritten. Wie Spiegel Online berichtet, erreichte sie damit den höchsten Stand seit 24 Jahren.
Der Anstieg ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Anleger zunehmend daran zweifeln, ob die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ihre angespannten Staatsfinanzen sanieren kann. Zugleich belasten Massenproteste gegen hohe Lebenshaltungskosten die Lage im Land, die vielerorts in Ausschreitungen münden.
Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, bezeichnete die Gemengelage gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters als extrem komplex und beunruhigend für Investoren. Die Regierung sei geschwächt und verfüge weder über eine Mehrheit noch über den fiskalischen Spielraum, um auf die steigenden Lebenshaltungskosten zu reagieren. Seiner Einschätzung nach müsse man wohl davon ausgehen, dass vor der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 kein neuer Haushalt mehr beschlossen werde.
Ursache ist die Inflation, die auf höhere Energiepreise zurückgeht; viele Zentralbanken haben deshalb die Zinsen angehoben. Hinzu kommen stark wachsende Schuldenberge der Industrieländer.
Die Unsicherheit vor der hart umkämpften Wahl im kommenden Jahr sowie die landesweiten Proteste belasten die Märkte des Landes zusätzlich.
Auch an den Märkten für deutsche Staatsanleihen gaben die Kurse nach den Gewinnen vom Vortag leicht nach. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future verlor am Vormittag 0,05 Prozent und notierte bei 121,58 Punkten.
Am Wochenende zuvor gab es landesweite Proteste gegen die teuren Lebenshaltungskosten, bei denen es zu Straßenschlachten und Plünderungen kam.
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