Bei einem Drohnenangriff auf den Amiet-Markt in dem umstrittenen Gebiet zwischen Sudan und Südsudan sind nach Angaben eines lokalen Beamten 153 Menschen getötet worden. Die Zahl könnte noch höher liegen, wie Arab News unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Der Angriff ereignete sich zu Wochenbeginn.
Die Behörden des Distrikts Abyei erklärten, bei dem Angriff seien mehrere Sprengkörper eingesetzt worden. Verantwortlich sei die sudanesische Armee. Yohana Akol, der kommissarische Informationsminister der Sonderverwaltungszone Abyei, sagte AFP, die Zahl der Opfer könne jederzeit steigen. Einige Opfer seien verbrannt, und Rettungskräfte versuchten, alle Leichen auf dem Amiet-Markt zu bergen.
Unter den Opfern seien auch Sudanesen, Südsudanesen, Äthiopier und Somalier, teilte Akol mit. Weitere 19 Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden, und es würden noch mehr erwartet.
Ein Zeuge, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte, berichtete AFP telefonisch, ein Schwarm von Drohnen habe über dem Markt geschwebt. Sie hätten einen Teil des Marktes und dessen Umgebung bombardiert, dabei habe es sehr viele Verletzte gegeben. Einige Geschäfte stünden noch in Flammen. Im Inneren seien Menschen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.
Ein weiterer Zeuge sagte, Treibstofflager seien schwer beschädigt worden. Auf Bildern, die AFP vorlagen, sind zerstörte Gebäude und Fahrzeuge zu sehen.
Bereits am Wochenende und zu Wochenbeginn hatten Angriffe in ganz Sudan nach Angaben der Meldung mehr als 100 Menschen getötet. Das Land steckt seit April 2023 in einem Krieg zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF).
Abyei wird sowohl von Sudan als auch von Südsudan beansprucht. Südsudan hatte sich 2011 nach jahrzehntelangen Konflikten vom nördlichen Nachbarn abgespalten.
Das Außenministerium in Juba teilte mit, es habe den sudanesischen Botschafter einbestellt. Den Angriff verurteilte es aufs Schärfste. Auch die Vereinten Nationen verurteilten die Angriffe. Die zunehmenden Drohnenangriffe seien Teil eines zutiefst besorgniserregenden Musters.
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