Der CDU-Politiker Marc Henrichmann, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste, hat vor einer neuen Dimension der Cyberbedrohung gewarnt. Gegenüber dem Handelsblatt sprach er von einem Wendepunkt, wie n-tv berichtet. Künstliche Intelligenz könne Schwachstellen, die bisher kaum ausnutzbar gewesen seien, in kurzer Zeit zu echten Einfallstoren machen.
Auslöser ist eine als hochkritisch eingestufte Lücke in der weit verbreiteten Programmiersprache PHP.
Henrichmann bezeichnete die Lücke als eine der ernstesten Sicherheitslücken der vergangenen Jahre.
Jeder zivile Akteur müsse endlich begreifen, wie real und folgenschwer Lücken im Netz seien.
Angesichts drohender automatisierter Angriffswellen forderte der Karlsruher IT-Sicherheitsexperte Christoph F. ein konsequentes Vorgehen der Betreiber. Ungeschützte Webseiten müssten sofort vom Netz genommen werden. Systeme ohne eingespieltes Sicherheitsupdate dürften unter keinen Umständen online bleiben, sagte er.
Das BSI hatte am Mittwoch vor der gravierenden Schwachstelle gewarnt, die den Namen „PHP-Shell“ trägt. Angreifer könnten sich dadurch direkten Zugriff auf Datensysteme oder Server-Datenbanken verschaffen. Auch der US-Geheimdienst NSA befürchtete dies. Beide rieten zur umgehenden Installation eines Sicherheitsupdates. Lasse sich dieses nicht einspielen, sollten die Internetseiten vorsorglich abgeschaltet werden, da Cyberangreifer Server sonst ohne Passwort übernehmen könnten.
Ob die Betreiber den Aufrufen gefolgt sind und ungeschützte Systeme tatsächlich abgeschaltet haben, dürfte sich in den nächsten Stunden zeigen. Christoph F. geht davon aus, dass es Monate dauern werde, bis die vielen Millionen betroffenen Systeme bereinigt seien.
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