Indonesien bleibt trotz eines Rückgangs der Brandherde in höchster Alarmbereitschaft. Die vereinzelten Niederschläge reichen noch nicht aus, um die Feuer zu löschen, sagte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, wie Arab News berichtete. Zugleich protestierten Studierende auf der Insel Borneo gegen den Umgang der Regierung mit der Krise.
Das Land erlebt seine schwersten Waldbrände seit elf Jahren. Das Wetterphänomen El Niño treibt die Temperaturen in die Höhe und macht die großen Wald- und Torfflächen anfälliger für Feuer. Die anhaltenden Brände haben Hunderttausende Fälle von Atemwegserkrankungen verursacht. Die Luftqualität in den Nachbarländern Singapur und Malaysia hat sich deutlich verschlechtert, der grenzüberschreitende Dunst stößt in der Region auf scharfe Kritik.
In den sieben Tagen zuvor waren es 22,22 Millionen Tonnen. Auf der Überwachungsplattform Sipongi des Forstministeriums wurden am Donnerstag 565 Brandherde mit hoher Zuverlässigkeit gezählt, am 14. Oktober waren es noch mehr als 1.200.
Berton Panjaitan, Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, sagte, die Zahl der Brandherde sei rückläufig. Der Trend bleibe jedoch schwankend und sei nicht in allen Regionen gleich. Er warnte, dass neue Brandherde entstehen könnten, vor allem wenn der Regen ungleichmäßig falle und die Ursachen der Brände nicht vollständig beseitigt seien. Indonesien hat mehr als 69.000 Feuerwehrkräfte eingesetzt, Mitte September waren es rund 44.000. Hinzu kommen etwa 50 Flugzeuge für Wasserabwürfe und Wetterbeeinflussung. Behörden erproben außerdem neue Methoden, darunter spezielle Chemikalien und Trockeneis zur Wolkenimpfung.
Die Trockenzeit begann in diesem Jahr früher als üblich und dauert länger an. Die Regenzeit setzt normalerweise im Oktober ein, der Wetterdienst des Landes rechnet nun jedoch erst im November mit ihrem Beginn. Berton kündigte an, die Löscharbeiten fortzusetzen und die Patrouillen zu verstärken. Ziel sei es, neue Brände zu verhindern und bereits gelöschte Feuer am Wiederaufflammen zu hindern.
In Banjarmasin in Südkalimantan demonstrierten nach Angaben eines lokalen Nachrichtensenders mindestens 100 Universitätsstudierende vor dem regionalen Parlament. Sie forderten konkretere Schritte, um die Feuer zu löschen. Am Mittwoch gingen laut lokalen Medien außerdem Hunderte Studierende in Pontianak in Westkalimantan und in Samarinda in Südkalimantan auf die Straße. Sie protestierten gegen den Umgang der lokalen Regierung mit den Bränden.
Kommentare (0)