Der Wiener Leitindex ATX hat die Handelswoche mit einem Minus von 4,4 Prozent beendet, wie die Kleine Zeitung meldet. Trotz eines kleinen Plus am Freitag geriet der Index auf Wochensicht deutlich unter Druck. Über das Jahr betrachtet verbucht er jedoch weiterhin ein kräftiges Plus.
Nach dem jüngsten Ausverkauf zogen sich die Investoren am Wiener Aktienmarkt auch am Freitag weiter aus riskanten Papieren zurück. Die Analysten der Helaba sprachen von einer ungemütlichen Lage an den Finanzmärkten. Als Belastung nannten sie eine Mischung aus geopolitischen Spannungen, dem enormen Kapitalbedarf im Bereich künstliche Intelligenz und anhaltenden Sorgen um die Bonität Frankreichs.
Anleger schichteten ihr Geld zugunsten defensiver Branchen um, was den zyklisch geprägten ATX stark belastete. Zeitweise fielen die Kursverluste deutlich aus. Damit startete er ins feiertagsbedingt verlängerte Wochenende.
Mit dem Wochenminus verzeichnete der ATX die schwächste Wochenbilanz seit Beginn des Irankriegs im März. Am Donnerstag war der Index um über viereinhalb Prozent abgerutscht.
Die Analysten der Erste Group verweisen auf die steigende 200-Tage-Linie, die sie als starke Unterstützungszone sehen.
Das europäische Umfeld gab zum Wochenausklang hingegen weiter nach.
Frische Konjunkturdaten konnten die Sorgen der Anleger kaum lindern. In Frankreich fiel die Unternehmensstimmung deutlich, und zwar angesichts politischer Unruhen und von Sorgen über die Staatsfinanzen.
Bei einigen Banken setzte sich die jüngste Kursschwäche fort. Erste Group und RBI schlossen um 0,6 beziehungsweise 3,3 Prozent leichter, während BAWAG sich um ein Prozent erholen konnte.
Gewinne verzeichneten dagegen Öl- und Versorgerwerte, die von steigenden Energiepreisen profitierten. Im ATX lagen Verbund und OMV mit 2,1 beziehungsweise drei Prozent Plus an der Spitze. Abseits des Leitindex verteuerte sich SBO um 3,9 Prozent.
Kommentare (0)