Die Uhrenexporte der Schweizer Hersteller nach Frankreich sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 80 Prozent gestiegen, verglichen mit dem Vorjahr. Das zeigt zumindest die offizielle Statistik des Bundes, wie SRF News berichtete. Auf dem Papier wird Frankreich damit auf einen Schlag zum zweitwichtigsten Absatzmarkt hinter den USA. Doch stimmt das überhaupt?
Während Frankreich nach oben schnellt, gehen die Zahlen für andere Märkte laut Statistik deutlich zurück. Die Lieferungen nach Spanien sind in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent gesunken. Die Exporte nach Belgien sanken um 34 Prozent, jene in die Niederlande um 28 Prozent. Auch in andere Länder brechen die Ausfuhren ein, zumindest in der offiziellen Statistik.
Frankreich gilt im Uhrengeschäft seit jeher als Drehscheibe. Der enorme Anstieg der vergangenen Monate sei aber nicht zu erklären. In mehreren Medien wurde spekuliert, Frankreich werde als neuer Hub aufgebaut, unter anderem, um potenzielle US-Zölle zu umgehen.
SRF-Recherchen zufolge gibt es für den sprunghaften Anstieg einen rein statistischen Effekt. Diese Anpassung wurde vor einigen Monaten von einem grossen Hersteller eingeführt und verzerrt nun die Statistik.
Die Zollbehörden sind mit diesem Vorgehen nicht einverstanden, es gibt einen Konflikt. Frankreich könnte dann in der Rangliste der wichtigsten Märkte schlagartig an Bedeutung verlieren.
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