Deutsche Küstenfischer könnten im kommenden Jahr die Erlaubnis verlieren, im Rahmen von Ausnahmen Hering in der Ostsee zu fangen. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht dies nicht mehr vor. Er liegt den EU-Landwirtschaftsministern für ihre Beratungen Anfang kommender Woche vor, wie n-tv berichtete.
Der Naturschutzbund Nabu sieht das anders. Vor diesem Hintergrund wirkten die bisherigen Ausnahmen für die passive Heringsfischerei nicht mehr zeitgemäß.
Die EU-Fischereiminister legen jährlich im Oktober die zulässigen Höchstfangmengen für Fischbestände in der Ostsee für das nächste Jahr fest. Die Mengen werden anhand von Quoten auf die Anrainerstaaten verteilt. Vorher gibt die EU-Kommission einen Vorschlag ab, den der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) berät. Zimmermann gehört diesem Rat an.
Beim Dorsch der westlichen Ostsee sieht der Vorschlag ein Minus von fast 90 Prozent vor. Zimmermann dagegen empfiehlt einen Rollover, also dieselben Mengen wie im Vorjahr. Beim Westhering seien nur noch drei Prozent der Quote von 2017 übrig.
Auch diese geringen Mengen werden nach seinen Worten von den hiesigen Fischern nicht mehr ausgeschöpft. All das behindert eine wirtschaftliche Fischerei.
Für die schwache Erholung der Bestände nennt Zimmermann mehrere Ursachen. Nährstoffeinträge fördern das Wachstum von Algen, deren Zersetzung durch Bakterien wiederum Sauerstoff verbraucht. Für die Ostsee insgesamt stammen die meisten Nährstoffeinträge laut Zimmermann aus der Landwirtschaft, etwa von überschüssigem Dünger. Auf Deutschland bezogen kommt der größte Eintrag dagegen aus der Atmosphäre, etwa durch Stickoxide von Dieselmotoren sowie Erdöl- oder Erdgasheizungen.
Dafür müsse man nach Zimmermanns Worten einen neuen Maßstab anlegen, ab wann wieder nachhaltig gezielt gefischt werden könne. Warum der Hering dort nicht ähnlich leidet wie in der westlichen Ostsee, bezeichnete Zimmermann als total spannende Frage.
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