Die VdK-Präsidentin Verena Bentele fordert Nachbesserungen an der geplanten Pflegereform der Bundesregierung. Wie die Welt berichtet, sieht Bentele pflegende Angehörige durch das Vorhaben künftig stärker belastet. Viele von ihnen könnten an ihre Belastungsgrenze gelangen.
Bentele äußerte sich gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Nach ihrer Darstellung erschwert die Umgestaltung der Budgets vielen Menschen den Zugang zu Unterstützungsangeboten, die genau auf ihre Lage passen. Wer bislang eine gut funktionierende häusliche Pflege organisiert habe, müsse diese nun umstellen und stoße dabei auf Hindernisse.
Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer Pflegereform, die die Beiträge zur Pflegeversicherung kurzfristig stabilisieren soll. Dazu sollen verschiedene Leistungen gebündelt und in gemeinsame Finanztöpfe überführt werden. Bentele kritisiert die starre Aufteilung auf vier Töpfe. Dies nannte sie unverantwortlich.
Bentele führte ein Beispiel an: Nicht jeder Pflegebedürftige könne von einem Nachbarn versorgt werden, wenn das Budget für den Pflegedienst ausgeschöpft sei. Umgekehrt benötige nicht jeder einen teuren Pflegedienst, werde aber gegebenenfalls dazu gedrängt, wenn das Budget der Nachbarin aufgebraucht sei.
Pflegende Angehörige seien durch die Pläne zusätzlich belastet, befürchtet Bentele. Es sei katastrophal, dass die Regierung den Zugang zu Leistungen weiter erschwere. Angehörige bräuchten eher Vereinfachung und mehr Hilfe, nicht weniger.
Der VdK fordert deshalb die Rückzahlung von 5,2 Milliarden Euro, die der Verband als „Corona-Schulden“ bezeichnet.
Statt bei Pflegebedürftigen zu sparen, solle die Regierung dafür sorgen, dass die Pflegeversicherung ausreichend Mittel habe, argumentiert Bentele. Die Finanzierung der Pflege müsse neu angegangen werden.
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