Japanische Staatsanwälte haben einen US-Marinesoldaten angeklagt, eine Frau auf Okinawa ermordet zu haben. Ein Gerichtssprecher in Naha teilte der Nachrichtenagentur AFP am Montag (26. Oktober) mit, die Anklage sei am 25. Oktober erhoben worden. Damit bestätigte er Medienberichte, wonach dem Verdächtigen Mord und Raub zur Last gelegt werden, wie CNA Asia berichtet.
Nach Angaben der Zeitung Yomiuri Shimbun geht aus der Anklageschrift hervor, dass der 20-jährige Verdächtige am 3. Oktober eine 39-jährige Frau aus Naha in einem Hotel mit einem Telefonkabel erwürgt haben soll. Ihm wird außerdem vorgeworfen, einen Rucksack mit der Geldbörse der Frau und weiteren Habseligkeiten gestohlen zu haben. Auf dieser Grundlage lautet die Anklage auch auf Raub.
Der Marinesoldat hatte die Vorwürfe bei seiner Festnahme bestritten. Inzwischen habe er Aussagen gemacht, die auf eine gewisse Beteiligung an dem Fall hindeuteten, berichteten die Yomiuri und andere Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise.
Der Fall hat auf Okinawa Empörung ausgelöst. Japans Regierungschef bezeichnete die Tat als abscheuliches Verbrechen. Zugleich hat der Fall die Kontroverse über die starke Präsenz des US-Militärs auf der südlichen Insel neu entfacht. Verbrechen durch US-Militärangehörige, darunter Vergewaltigungen, Übergriffe, Fahrerflucht und Trunkenheitsfahrten, haben auf Okinawa seit Langem Proteste ausgelöst. Die Insel fordert seit Jahren andere Regionen des Landes auf, sich an der Last der Stationierung von US-Truppen zu beteiligen.
Außenminister Toshimitsu Motegi erklärte, die Behörden prüften die Verhaltensregeln für US-Truppen in Japan außerhalb der Stützpunkte im Anschluss an das mutmaßliche Tötungsdelikt. Das US-Militär hatte nach der Festnahme des Marinesoldaten eine zweitägige Einsatzpause angeordnet, um Disziplin und Standards zu festigen. Danach folgte eine einmonatige Ausgangssperre.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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