Der Gebrauch von Nikotin-Verdampfern schädigt die Blutgefäße der Nutzer nach Ergebnissen einer deutschen Studie akut, obwohl dabei kein Tabak verbrannt wird. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, steigt dabei der Blutdruck, die Gefäße verengen sich, und im Blut lassen sich DNA-Schäden nachweisen. Grundlage sind Tests mit 30 „Vapern“, die deutsche Wissenschaftler durchgeführt haben.
Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „European Journal of Preventive Cardiology“ veröffentlicht. Die Studie leitete Lea Strohm vom Universitätsklinikum Mainz.
Laut der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) erklärte Strohm, Tabakerhitzer würden häufig als weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten beworben. Unabhängige Belege für deren unmittelbare Wirkung auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit und den Gesamtkörper seien jedoch weiterhin begrenzt.
Die Teilnehmer gaben zunächst Blutproben ab. Danach wurden ihr Blutdruck gemessen und die Hauptarterie im rechten Arm mit Ultraschall untersucht. Anschließend nutzten sie ein Tabakerhitzungsprodukt. Die Messungen wurden zur Bestätigung zweimal unabhängig voneinander durchgeführt.
Die Resultate seien eindeutig, heißt es bei der ESC. Der systolische Blutdruck sei um drei Millimeter Quecksilbersäule gestiegen. Die Gefäßfunktion habe sich um elf Prozent verringert, gemessen an der Dilatation mit dem Blutfluss (FMD). Dieser Wert gibt an, wie stark sich eine Arterie bei erhöhtem Blutstrom erweitert.
Diese sei ein Zeichen dafür, dass die Zellen sich gegen Schäden zu wehren versuchen.
Strohm zufolge zeigen die Ergebnisse, dass diese Produkte nicht biologisch neutral sind. Die Resultate widerlegten die Behauptung, erhitzte Tabakprodukte seien für das Herz-Kreislauf-System wesentlich weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten.
Die Studie gebe ein klares, kontrolliertes Bild der unmittelbaren Folgen. Erhitzter Tabak erzeuge zwar weniger Verbrennungsprodukte, gebe aber dennoch Nikotin ab. Dieses schädige die Gefäßwände, erhöhe den Blutdruck und fördere Atherosklerose.
Münzel forderte, alle Nikotinprodukte einheitlich zu regeln. Dazu sollten auch Aromabeschränkungen, Werbeverbote und Rauchverbote gehören, die alle Produkte erfassen.
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