Wie SRF News berichtet, steht in der Schweiz schon im nächsten Jahr eine Abstimmung über das derzeit geltende AKW-Neubauverbot an. Die Politologin Isabelle Stadelmann, Professorin für Politikwissenschaften an der Universität Bern, ist Co-Autorin einer neuen Studie der Stiftung für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-Swiss). Die Untersuchung fragt, wie die Bevölkerung zur Kernenergie steht.
Die Stiftung hat den gesetzlichen Auftrag, Chancen und Risiken neuer Technologien abzuschätzen. Sie präsentiert nun eine Auslegeordnung zur Kernenergie in der Schweiz. Stadelmann hat den Lehrstuhl für vergleichende Politik inne und forscht unter anderem im Bereich Energiepolitik.
Nach ihren Angaben ist die Bevölkerung in der Frage gespalten: Die Hälfte ist für Kernenergie, die andere Hälfte dagegen. Die Unterstützer seien derzeit eher im Vorteil. Aus der Akzeptanzforschung wisse man, dass eine allgemeine Zustimmung leichter zu gewinnen sei als Zustimmung zu konkreten Projekten.
Umfragen zeigten, dass die Versorgungssicherheit oben auf der Prioritätenliste stehe.
Die Bevölkerung unterscheide klar zwischen einer Laufzeitverlängerung bestehender AKW und einem Neubau, so Stadelmann. Derzeit gebe es jedoch keine klare Mehrheit für einen Neubau. Die Akzeptanz hänge stark davon ab, wie konkret ein Vorhaben sei. Bei Wind oder alpiner Photovoltaik sei die allgemeine Zustimmung ebenfalls höher als bei der Nuklearenergie, dennoch stießen konkrete Projekte auf grossen Widerstand.
Trotzdem sei die Finanzierungsfrage rasch aufgekommen. Stadelmann sieht darin eine zusätzliche Konfliktlinie, die die Debatte verändern werde. Die Finanzierungsfrage werde sehr wichtig dafür, wie sich die Kräfteverhältnisse und Argumente bei einer Aufhebung des Neubauverbots entwickeln.
In zwei unterschiedlichen Umfragen sagten 60 Prozent der Befragten, sie würden keinen Franken in die Nuklearenergie investieren.
Die Studie zeige zwar technologische Vorteile, am Ende hänge aber alles vom politischen Willen ab.
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