Die CDU prüft offenbar, eine eigene Kandidatin ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten zu schicken. Wie t-online berichtet, hat Ines Claus Interesse an dem Posten erkennen lassen. Die 49-Jährige führt die CDU-Landtagsfraktion im hessischen Landtag. Laut der Rheinischen Post soll Parteichef Friedrich Merz ihr den Rücken stärken.
Claus selbst zeigte sich geehrt, überhaupt ins Gespräch gebracht zu werden. Der Zeitung sagte sie, nun müsse ein geordnetes Verfahren gewahrt werden. Dieses müsse innerhalb der Partei ablaufen, also mit den Ministerpräsidenten, den Führungsgremien von CDU und CSU sowie selbstverständlich mit dem Koalitionspartner.
Nach Informationen der Zeitung gilt Claus als Favoritin des Kanzlers. Aus Unionskreisen wurde Claus als anerkannte, durchsetzungsstarke und respektable Politikerin beschrieben. Zudem sei sie nett und freundlich, was sie zu einer idealen Lösung mache. Als Nachteil gilt demnach, dass sie bundesweit kaum bekannt ist.
Sollte die CDU-Spitze Claus tatsächlich nominieren, dürfte das nach Einschätzung der Zeitung zu Streit mit der Schwesterpartei CSU führen. Die CSU will Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner im höchsten Staatsamt sehen. Aigner habe bereits Zustimmung von SPD und Grünen erhalten.
Anders als Aigner ist Claus Volljuristin. Dieser Umstand gelte in CDU-Kreisen als großer Vorteil, falls es nach der nächsten Bundestagswahl zu einer politischen Krise komme, wie die Rheinische Post aus diesen Kreisen erfahren haben will.
Claus ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Seit diesem Jahr hat sie außerdem das Amt der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden inne, und zwar unter Merz.
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