Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem Besuch in Tokio für eine engere Partnerschaft mit Japan geworben, wie die Deutsche Welle berichtet. Im Handel, bei Spitzentechnologie und in der Sicherheitspolitik wollen sich beide Staaten stärker abstimmen. Begleitet wird der Kanzler von einer ranghohen Wirtschaftsdelegation.
Merz verwies auf Entwicklungen in der internationalen Politik. Die Großmächte betrieben, so Merz, eine neue Politik, und internationale Regeln gerieten ins Wanken.
Beide Länder teilten grundlegende Interessen und Werte, betonte der CDU-Politiker. China und die USA nannte Merz dabei nicht ausdrücklich. Das angestrebte Bündnis könne sich gegen unerlaubte Zölle richten. Es solle die Welthandelsorganisation WTO nicht ersetzen, wohl aber dringend nötige Reformen der WTO voranbringen.
Japan ist die zweite Station der Reise des Kanzlers. Diese Partnerschaft umfasst zwölf Länder auf fünf Kontinenten. Im Anschluss reist Merz nach Südkorea weiter.
Ministerpräsidentin Sanae Takaichi erklärte bei einem gemeinsamen Auftritt mit Merz, die Zusammenarbeit beider Staaten sei angesichts der angespannten internationalen Lage als „Premiumpartner“ wichtiger denn je. Ziel sei ein gemeinsamer Beitrag zu Frieden und Stabilität in der internationalen Gemeinschaft. Merz würdigte Japan als einen der engsten Partner Deutschlands. Trotz der großen Entfernung seien beide Länder Nachbarn, sagte er.
Bei der Fusions- und der Wasserstofftechnologie wollen beide Länder die Kooperation zwischen öffentlichem und privatem Sektor fördern. Deutschland und Japan zählen zu den führenden Staaten in der Kernfusionsforschung.
Bislang nimmt China dabei eine Vormachtstellung ein. Zudem einigten sich die beiden Regierungschefs auf einen hochrangigen Dialog zur Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz. Dazu gehöre ein KI-Gipfel in Japan.
Angesichts eines schwierigeren Sicherheitsumfelds wollten Berlin und Tokio ihre Verteidigungsfähigkeit und die industrielle Grundlage ihrer Rüstung stärken. Japan begrüße das anhaltende Engagement Deutschlands im indopazifischen Raum. Man werde Möglichkeiten und Rahmenbedingungen prüfen, um die Zusammenarbeit der Streitkräfte beider Länder zu vertiefen.
Die jährliche Veranstaltung zählt zu den bedeutendsten Investitionsgütermessen der Welt.
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