Solche niedrigen Wasserstände seien deutlich häufiger aufgetreten als in den Vorjahren.
Bereits im Januar 2026 seien rund ein Fünftel der Abflüsse als „sehr niedrig“ oder „extrem niedrig“ eingestuft worden. Abflüsse bezeichnen die Wassermengen, die pro Sekunde einen Flussquerschnitt passieren. Im August und September habe der Anteil dieser beiden Kategorien bei 35 Prozent gelegen. Im Rheingebiet seien im September rund 54 Prozent der Abflüsse in diesen Kategorien eingestuft worden, das Mittel der Vorjahre habe nur sieben Prozent betragen. Im Donaugebiet seien es 87 Prozent gewesen, in den Vorjahren fünf Prozent.
Als „extrem niedrig“ gelte er, wenn er unter das niedrigste ein Prozent falle. Auch die Böden seien stark ausgetrocknet. Schon der Winter 2025/26 sei trockener als normal gewesen. Im Sommer habe sich vor allem in Süddeutschland eine „extreme Dürre“ entwickelt.
Dass heute nur noch hitze- und trockenheitsbedingtes Sommerniedrigwasser auftrete, passe in das Bild, das man unter den Rahmenbedingungen des fortschreitenden Klimawandels projiziert habe. In weiten Teilen des Rhein- und Donaueinzugsgebietes seien es ungefähr 50 Prozent gewesen.
Ob das tatsächlich eintrete, müsse abgewartet werden. Besonders kritisch sei eine Kombination aus Niedrigwasser und hohen Temperaturen, die die gesamte ökologische Funktionsfähigkeit eines Flusses beeinträchtigen könne. Dazu gehörten etwa kleinere Schiffe mit geringerem Tiefgang. Staustufen seien dagegen keine Lösung, da sie die Flusslandschaft zerstörten, die Verdunstung förderten und das Dürreproblem weiter stromab verlagerten.
Durch den steigenden Einfluss des Klimawandels gingen die natürlichen Schnee- und Gletscherspeicher in Gebirgsregionen verloren, sagte der Professor für hydrologische Systeme. Überlagere sich dieses Problem mit einem trockenen Winter und Frühling sowie hoher Verdunstung im Hitzesommer, entstehe das, was er als perfekte Dürre bezeichnete.
Diese bräuchten allerdings viel Zeit.
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