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Tod eines UN-Mitarbeiters in Houthi-Haft ruft Forderung nach Untersuchung hervor

Ein jemenitischer Mitarbeiter des UN-Menschenrechtsbüros ist nach Recherchen von Arab News seit eineinhalb Jahren tot. Er war seit dem 6. Juni 2024 in Haft der Houthis.

Tod eines UN-Mitarbeiters in Houthi-Haft ruft Forderung nach Untersuchung hervorSymbolbild
Foto: Daniel Nouri · Pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Der jemenitische UN-Mitarbeiter Mohammad A. war seit dem 6. Juni 2024 in Houthi-Haft und ist nach Recherchen von Arab News seit eineinhalb Jahren tot
  • UN-Generalsekretär Guterres fordert eine sofortige, unparteiische, transparente und gründliche Untersuchung der unklaren Umstände des Todes
  • Die UN geben an, dass 70 aktive und fünf frühere Mitarbeiter von den Houthis festgehalten werden, und es ist der zweite Todesfall dieser Art

Mehr als zwei Jahre lang erhielten die Familie und die Kollegen von Mohammad A. kaum Hinweise darauf, was mit ihm geschehen war. Nach Recherchen von Arab News war der Jemenite, der für das UN-Menschenrechtsbüro arbeitete, seit dem 6. Juni 2024 in Haft der Houthis. Informationen über seinen Zustand gab es nicht, ein Lebenszeichen ebenso wenig, obwohl die UN wiederholt danach gefragt hatten. Dann erfuhren die Angehörigen, dass er tot ist. Nach den Recherchen ist er seit eineinhalb Jahren tot.

Die Umstände seines Todes sind unklar. UN-Generalsekretär Antonio Guterres verlangte eine sofortige, unparteiische, transparente und gründliche Untersuchung. Auf der Plattform X schrieb er, er sei entsetzt und zutiefst betrübt über den Tod eines UN-Kollegen, der sich in der Gewalt der De-facto-Behörden der Houthis in Jemen befand.

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Es ist der zweite Todesfall eines UN-Mitarbeiters in Houthi-Haft. Den ersten Fall gab es im Februar 2025, dort starb ein Mitarbeiter des Welternährungsprogramms. Die UN gaben an, dass 70 aktive Mitarbeiter und fünf frühere Mitarbeiter von den Houthis festgehalten werden. Hinzu kommen Beschäftigte humanitärer Organisationen und der Zivilgesellschaft.

Nawfal Jawad, jemenitischer Diplomat und Direktor im Büro des Untersekretärs für politische Angelegenheiten im Außenministerium Jemens, sieht im Tod des Mitarbeiters eine Warnung für alle, die noch inhaftiert sind. Es handle sich nicht einfach um eine humanitäre Tragödie, sagte er dem Blatt. Der Fall sei ein sehr ernstes Anzeichen dafür, was Dutzende andere Häftlinge in Houthi-Gefängnissen erwarte.

Die große Festnahmewelle begann im Juni 2024 und erfasste Personal von UN-Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, zivilgesellschaftlichen Gruppen und diplomatischen Vertretungen. Schon 2021 und 2023 waren UN-Mitarbeiter festgenommen worden, weitere Festnahmen gab es im vergangenen Jahr. Einige Betroffene werden ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten.

Maysaa Shuja’aldeen vom Sanaa Center for Strategic Studies sagte dem Blatt, das Misstrauen gegenüber humanitären Organisationen reiche bei einigen führenden Houthis deutlich tiefer als politische Rhetorik. Nach ihrer Einschätzung glauben Teile der Bewegung, besonders ihr radikaler Flügel, darunter Abdel-Malik Al-Houthi, tatsächlich, dass Helfer Spione seien. Der Vorwurf diene nicht nur politischen Zwecken. Die Houthis werfen den festgehaltenen Mitarbeitern wiederholt vor, an ausländischen Spionagenetzwerken beteiligt zu sein.

Solche Vorwürfe spiegeln nach Shuja’aldeens Worten eine Weltsicht wider, in der internationales Engagement in Jemen vor allem durch eine Sicherheitsbrille gedeutet wird. Es sei für die Houthis kaum nachvollziehbar, warum ausländische Regierungen oder internationale Organisationen Geld für die Hilfe an Jemeniten ausgeben. Auch Routinearbeit gerate unter Verdacht. Werden Laptops von Helfern beschlagnahmt und E-Mails gelesen, finden sich dort oft gewöhnliche Schreiben. Eine Mail mit Informationen über die Lage im Land sei für einen Helfer Alltag, die Houthis deuteten sie jedoch als Beleg für Spionage.

Für jemenitische Beschäftigte ist die Kontrolle besonders belastend. Riyad Al-Dabii, ein in Genf ansässiger jemenitischer Menschenrechtsaktivist und Experte, berichtete, Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation hätten ihm gesagt, dass ihre Laptops und Telefone jede Woche untersucht würden. Lokale Mitarbeiter bleiben meist im Land, oft mit ihren Familien. Dadurch seien sie stärker Druck, Überwachung und Festnahmen ausgesetzt als internationale Kollegen, die bei einer Verschlechterung der Sicherheitslage häufig evakuiert werden können.

Al-Dabii warf den Vereinten Nationen vor, die Freilassung der Mitarbeiter nicht vom ersten Tag an erreicht und nicht alle verfügbaren diplomatischen Mittel genutzt zu haben. Die UN hätten lokale Beschäftigte anders behandelt als internationale. Die UN erklärten dagegen, jemenitische Staatsangehörige, die für die Organisation arbeiten, seien bei der Ausübung ihrer dienstlichen Aufgaben geschützt. Sie fordern wiederholt die sofortige und bedingungslose Freilassung aller inhaftierten Mitarbeiter.

Shuja’aldeen zufolge hat sich das Kalkül der Houthis während des Gaza-Kriegs grundlegend verschoben. Zuvor hätten sie eine große Konfrontation mit Hilfsorganisationen gemieden, weil internationaler Druck im Konflikt mit der Koalition zur Wiederherstellung der Legitimität im Jemen nützlich sein konnte. Durch ihre internationale Bekanntheit durch Militäroperationen, die sie als Unterstützung für Gaza bezeichneten, hätten sich die Houthis gegen internationale Kritik immun gefühlt. Deshalb seien sie weit eher bereit gewesen, Helfer festzunehmen.

Frühere Häftlinge berichten laut Shuja’aldeen von schwerer Misshandlung, darunter Schlafentzug, verweigerte medizinische Behandlung, unzureichende Nahrung und extrem unhygienische Bedingungen. Zahlreiche Zeugnisse sprechen davon, dass Gefangene an Folter starben oder bei schwerer Krankheit ohne Behandlung blieben. Die UN haben öffentlich nicht festgestellt, wie Mohammad A. starb. Guterres erklärte, die Umstände blieben unklar, und betonte die Verantwortung der Behörden, die Gewahrsam ausüben, für Schutz, Sicherheit, medizinische Versorgung sowie das körperliche und psychische Wohlergehen der Häftlinge.

Für die humanitären Organisationen reichen die Folgen weit über die Inhaftierten hinaus. Die Festnahmen erschweren nach Shuja’aldeens Angaben die Personalgewinnung, die Überwachung von Projekten, die Datenerhebung und die Bereitschaft von Mitarbeitern, an politisch sensiblen Themen zu arbeiten. Viele Organisationen hätten ihre Tätigkeit in Houthi-kontrollierten Gebieten ausgesetzt oder stark reduziert, obwohl dort einige der am dichtesten besiedelten Teile des Landes liegen. Gleichzeitig sei die internationale Finanzierung deutlich gesunken.

Die UN erklärten im Juni, die Festnahmen hätten die Fähigkeit der Organisation und ihrer Partner, Millionen Menschen in ganz Jemen zu unterstützen, stark eingeschränkt. Julien Harneis, UN-Koordinator für humanitäre Hilfe und Resident Coordinator in Jemen, sagte früher in diesem Jahr, die Inhaftierung von Personal und die Beschlagnahme von Büros hätten die Bedingungen für normale Arbeit im Norden Jemens beseitigt. Manche Aufgaben ließen sich nicht einfach an Nichtregierungsorganisationen übertragen, weil UN-Organisationen in einem Umfang arbeiten, den nur wenige andere leisten könnten, etwa bei der Unterstützung Tausender Basisgesundheitseinrichtungen.

Für Jawad ergibt sich daraus ein grundlegender Widerspruch. Die Vereinten Nationen könnten einer Gesellschaft keine humanitäre Hilfe leisten, wenn sie die eigenen Mitarbeiter, die diese Hilfe erbringen, nicht schützen könnten. Internationale Organisationen sind stark auf jemenitisches Personal angewiesen, um Gemeinschaften zu erreichen, Bedarfe einzuschätzen, Empfänger zu überprüfen und die Verteilung von Hilfe zu beobachten. Fürchten diese Mitarbeiter, dass Routine-E-Mails, Feldumfragen, Interviews oder Berichte später als Spionage gedeutet werden könnten, reicht die Wirkung über die Sicherheit der Beschäftigten hinaus.

Dieser Beitrag wurde automatisiert auf Grundlage externer Nachrichtenquellen und unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt. So arbeiten wir

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