Wie 20 Minuten berichtet, hat der Tages-Anzeiger am Montagmorgen darüber berichtet. Grundlage ist die Biografie «Ich bin ein Unfall» des Autors Willi F., der heute 71 Jahre alt ist. Jucker gilt in der Schweizer Sportszene als Kommentatoren-Legende.
Willi F. schreibt in dem Buch, er sei in den 1970er-Jahren von Jucker missbraucht worden. Damals sei er 15 Jahre alt gewesen. Die Opfer seien Buben unter 20 Jahren gewesen. In einem Fall sei das Opfer jünger als das Schutzalter 16 gewesen.
Jucker habe sich schuldig bekannt, zeige aber offenbar keine Reue. Willi F. sagte, Jucker habe bei SRF Karriere machen können und werde in bester Erinnerung gehalten. Er selbst und andere Betroffene litten ein Leben lang unter den Taten.
SRF nahm am Montagmorgen in einer Medienmitteilung Stellung. Das Unternehmen habe erst vor einigen Wochen von der Verurteilung erfahren. SRF verfolge eine Nulltoleranz-Politik gegenüber sexueller Gewalt und Verletzungen der persönlichen Integrität. SRF-Direktor Roger Elsener sagte, die Berichte über die damalige Verurteilung und die bekannt gewordenen Straftaten erschütterten das Unternehmen. Man bedauere das Leid, das den Opfern zugefügt worden sei, und das Mitgefühl gelte ihnen und den Angehörigen.
SRF kündigte an, die Ereignisse als Medienunternehmen mit öffentlichem Auftrag ernst zu nehmen. Der damalige Umgang des Senders als Arbeitgeber werde sorgfältig analysiert. Dazu werde eine externe Aufarbeitung gestartet. Erkenntnisse aus dem Fall sollen genutzt werden, um die heute bestehenden Maßnahmen zu prüfen und gegebenenfalls weiter zu stärken.
SRF verzichtet künftig auf die Veröffentlichung von Videoclips, die Jucker als Kommentator in den Mittelpunkt stellen. Entsprechende Archivbeiträge bleiben als Teil der dokumentierten Programm- und Zeitgeschichte weiterhin zugänglich. Dazu gehören journalistische Berichte von Jucker, etwa Zusammenfassungen von Sportereignissen oder kommentierte Wettkämpfe.
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