Zu den persönlichen Gründen erklärte Bas, dass sie und ihre Stieftochter eine sehr enge Beziehung gehabt hätten. Die Stieftochter sei Ende September an einer Krebserkrankung gestorben. Die Begleitung im Hospiz habe ihr viel Kraft gekostet. Sie habe den Kopf nicht frei gehabt für Dienstliches und Politisches und gewusst, dass sie länger brauche und nicht sofort in ihre Ämter zurückkehren könne. Schon im Laufe des Septembers habe sie bemerkt, dass ihr die Kraft ausgehe. Es sei manchmal schwer, morgens überhaupt aufzustehen. Um wieder herauszukommen, brauche sie Zeit, die ihr in ihren politisch herausragenden Ämtern niemand gebe.
Auch die politischen Hintergründe sprach Bas an. Aus den Reihen verschiedener Unionspolitiker habe es immer wieder den Vorwurf gegeben, sie würde ihre Arbeit nicht machen. Dem Kanzler Friedrich Merz habe sie gesagt, dass sie sich das nicht mehr lange gefallen lassen werde, weil es unfair gewesen sei. Alles sei abgesprochen gewesen, die Zeitpläne abgestimmt und die Dinge im Koalitionsausschuss besprochen worden. Nach ihrer Darstellung hätten die Spitzen der Koalition, Merz eingeschlossen, beschlossen, dass ein Entwurf für die Rentenreform nicht vor den Landtagswahlen Ende September vorgelegt werde. Alle hätten gewusst, dass das Paket im Oktober komme. Dennoch sei täglich gesagt worden, sie lege nichts vor.
Sowas sage man als Koalitionspartner nicht über eine eigene Ministerin. Es sei eine Kampagne gefahren worden, die am Ende laute: Die SPD blockiert. Merz habe ihr versichert, er kümmere sich, doch dies habe keinen Anklang gefunden. Zuvor, vor dem Tod der Stieftochter, habe der Kanzler ihr signalisiert, sie solle sich die Zeit nehmen, die sie brauche.
Vom Kanzler persönlich fühle sie sich nicht angegriffen, sagte Bas. Irritiert sei sie jedoch gewesen, als sie nach ihrem Rücktritt gehört habe, was angeblich gesagt worden sei.
Bas beklagte zudem mangelnde Rückendeckung aus der eigenen Partei. Es habe von beiden Seiten Kritik gegeben, aus den eigenen Reihen bereits über die Sommerpause. Auch ihr Vorschlag, die Rente mit 63 abzuschaffen, sei aus Reihen der SPD hart kritisiert worden.
Sie habe diese Kritik geäußert, weil sie wolle, dass es besser werde. Die Koalition solle zusammenhalten und sich untereinander mehr vertrauen. Zum Ende habe sie dieses Vertrauen nicht gespürt. Ihr Appell an die Koalition lautet, besser miteinander umzugehen. Zum mitinitiierten Reformpapier der Rentenkommission stehe sie weiterhin. Wenn man es umsetze, werde es für alle in Zukunft besser. Härtefallregelungen seien in jedem Fall nötig. Es sei ein Kompromiss gewesen, den sie getragen hätte.
In der Politik herrsche eine große Härte, sagte Bas im Gespräch mit Markus Feldenkirchen. Oft gebe es kaum Menschlichkeit in diesem Betrieb. Selbst wenn Menschen länger krank seien, werde kaum darüber gesprochen. Es gebe eine Art Schweigekultur, weil niemand schwach wirken wolle. Sie ist auch in der ARD-Mediathek verfügbar.
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