Der südkoreanische Leitindex Kospi ist am Freitag (6. November) unter die Marke von 5.000 Punkten gefallen. Wie Yonhap berichtete, lösten Befürchtungen den Absturz aus, dass ein Sieg der Demokratischen Partei bei den US-Zwischenwahlen den Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) verlangsamen könnte.
Der Kospi brach nach einem Ausverkauf bei Technologiewerten an der Wall Street über Nacht um mehr als 8 Prozent ein. Der Handel an der Börse wurde daraufhin für 20 Minuten ausgesetzt. Es war das erste Mal in 16 Handelssitzungen, dass die 20-minütige Handelsunterbrechung des Kospi ausgelöst wurde.
Die Aktien von Samsung Electronics und SK hynix, die zusammen nahezu die Hälfte des Kospi-Marktes ausmachen, fielen im Vormittagshandel um mehr als 10 Prozent.
Die Demokraten haben sowohl im US-Senat als auch im Repräsentantenhaus die Mehrheit gewonnen. Analysten erwarten, dass die Macht von Präsident Donald Trump in den letzten beiden Jahren seiner Amtszeit geschwächt wird.
Auch in Texas, einem wichtigen US-Bundesstaat für den Ausbau von KI-Rechenzentren, gewann die Demokratische Partei das Gouverneursamt. Die technologielastige NASDAQ verlor über Nacht mehr als 5 Prozent.
Einige Analysten rechnen damit, dass die Schwankungen am heimischen Aktienmarkt hoch bleiben. Han Ji-young, Analystin bei Kiwoom Securities, sagte, nach dem starken Rückgang dürfte die Volatilität am heimischen Markt anhalten. Der Angstindex des südkoreanischen Aktienmarktes sei ebenfalls gestiegen, nachdem der Ausverkauf bei Technologiewerten an der Wall Street die globalen Märkte getroffen habe.
Der VKOSPI, der Volatilitätsindex für den KOSPI 200, stieg am Freitag laut der Korea Exchange auf 64,74 und erreichte damit ein Drei-Monats-Hoch.
Daishin Securities erklärte in einer Research-Note, die Reaktion des Marktes auf den KI-getriebenen Kursrutsch sei übertrieben. Lee Kyung-min, Analyst bei Daishin Securities, sagte, der Sieg der Demokraten könnte zu Verzögerungen beim Bau von KI-Rechenzentren geführt haben. Ein vollständiger Baustopp sei jedoch wenig wahrscheinlich.
Finanzminister Lee Hyoung-il kündigte Schritte an, um mit den übermäßigen Schwankungen am heimischen Aktienmarkt umzugehen. Lee sagte am selben Tag bei einem Treffen mit zuständigen Ministern, die Regierung werde Maßnahmen vorbereiten und ergreifen, um zu verhindern, dass die Aktienmärkte übermäßig auf den Ausverkauf bei US-Technologiewerten reagieren. Südkorea werde die äußeren Unsicherheiten genau beobachten, die wirtschaftlichen Grundlagen des Landes seien aber weiterhin solide.
Lee verwies außerdem auf Prognosen einiger Experten, wonach die weltweiten Investitionen in KI weiter anhalten könnten.
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