Die Polizei in Bangladesch hat Textilarbeiter, die höhere Löhne fordern, mit Tränengas und Blendgranaten auseinandergetrieben. Das berichtete ABC News unter Berufung auf Polizei und Augenzeugen. Hunderte Fabriken blieben geschlossen, nachdem tagelange Proteste die Textilindustrie des Landes beeinträchtigt hatten. InstaNews hatte am 4. November darüber berichtet, dass Bangladesch zusätzliche paramilitärische Kräfte in die Industriegebiete rund um Dhaka verlegt hat.
Die Beschäftigten sind überwiegend Frauen aus ländlichen Regionen des Landes.
Die Arbeiter fordern einen monatlichen Mindestlohn von 30.000 Taka (245 Dollar). Bisher liegt er bei 12.500 Taka. Sie begründen die Forderung damit, dass steigende Lebenshaltungskosten und die Inflation ihre Kaufkraft geschmälert hätten.
Auch in Industriegebieten außerhalb der Hauptstadt kam es zu Gewalt. In Fatullah im Distrikt Narayanganj wurden nach Medienberichten Dutzende Menschen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei verletzt. Die Polizei setzte dort Tränengas und Blendgranaten ein. Die Zeitung Prothom Alo, nach Angaben der Quelle die größte bengalischsprachige Tageszeitung des Landes, berichtete über die Festnahme mehrerer Demonstranten in Fatullah.
In Ashulia im Distrikt Savar bei Dhaka bleiben etwa 100 Fabriken geschlossen, sagte Mominul Islam Bhuiyan, Superintendent der Industriepolizei Ashulia. Arbeiter blockierten zudem eine wichtige Autobahn im Distrikt Gazipur, einem weiteren bedeutenden Industriezentrum. In Mirpur in Dhaka, dem Epizentrum der jüngsten Proteste, sind nach Angaben von Mahidul Islam, einem der gemeinsamen Polizeikommissare, mehr als 10.000 Polizisten im Einsatz, um die Ordnung zu sichern.
Die Regierung hat auf die Lohnforderungen mit der Bildung eines neuen Lohnausschusses reagiert.
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