Eine Aufweichung des Urheberrechts für KI-Unternehmen in Australien wäre nach Ansicht der Internationalen Föderation der Phonographischen Industrie (IFPI) lächerlich und gefährlich. Der Weltverband der Musikaufnahmeindustrie beobachtet nach eigenen Angaben mit Sorge, wie die Regierung unter Premierminister Anthony Albanese auf die Forderungen großer Technologiekonzerne reagiert, wie die Zeitung The Guardian berichtete.
Während lokale Kreative verfassungsrechtliche Fragen aufgeworfen und politischen Gegenwind angedroht haben, befürchten die Mitglieder der IFPI, dass Australien Forderungen zustimmen könnte, die andere Staaten zurückgewiesen haben. CEO Victoria Oakley sagte dem Guardian Australia, sie verstehe nicht, warum ein demokratisches Land mit eigener kultureller Stärke diese Entscheidung treffen und sich auf die Versprechen weniger großer KI-Firmen einlassen sollte. Australien wolle nicht das schwächste Glied sein, das den Versprechen glaube und der Kreativität im Stich lasse, sagte Oakley. Ein einziger sicherer Hafen würde reichen, um überall auf der Welt mit Musik zu trainieren. Es gehe daher nicht nur um australische Musik und Kultur, sondern um Musik und Kultur überall.
Die Labor-Regierung erwägt Änderungen beim Urheberrecht im Rahmen eines Pakets politischer Reformen rund um KI, das unter anderem Rechenzentren, Online-Sicherheit, Arbeitskräfte, Energie und die Wirtschaft umfasst. Albanese hatte den stärkstmöglichen Schutz versprochen und gewarnt, es wäre Diebstahl, wenn Kreative nicht für ihre Arbeit bezahlt würden. Die Kreativbranche zeigte sich beunruhigt, nachdem KI-Unternehmen eine Abschwächung des Urheberrechts gefordert hatten, um mit australischem Material zu trainieren.
Einige KI-Unternehmen lehnen es laut der Meldung ab, Lizenzvereinbarungen nach dem bestehenden Urheberrecht abzuschließen, und bezeichneten dies als zu schwierig. Anthropic schlug ein Opt-out-Modell vor, das es erlaubt hätte, Inhalte zu scrapen, sofern Rechteinhaber keinen Widerspruch einlegen. Oakley sagte, KI-Unternehmen hätten ähnliche Vorschläge in den USA, Großbritannien und anderen Ländern gemacht, und Australien solle sich nicht auf einen solchen Handel einlassen. Es sei nicht wahr, dass man nur Investitionen oder Wachstum erhalte oder als innovationsfreundlich gelte, wenn man sich den Forderungen der KI-Firmen vollständig beuge. Man habe mit Regierungen in aller Welt gesprochen und gefragt, ob sie sehen, was in Australien geschehe. Für die Kreativität sei das ein Desaster.
Justizminister Michelle Rowland ließ über einen Sprecher mitteilen, die Regierung sei der Unterstützung der Kreativen verpflichtet. Künftige Änderungen am Urheberrecht sollten sinnvolle Kontrolle und faire Vergütung bringen. Zu möglichen rechtlichen oder verfassungsrechtlichen Einwänden, wie sie der Australian Recording Industry Association aufgeworfen hat, äußerte sie sich nicht. Sie sagte jedoch, es wäre ein Reputationsschaden für Australiens Ansehen in der kreativen Welt. Es wäre ein großer Fehler, und der Preis sei es nicht wert, weggeworfen zu werden, so Rowland.
In Antworten an einen parlamentarischen Ausschuss zu KI erklärte OpenAI laut der Meldung, warum es nicht ähnliche Deals wie Spotify abschließen könne. Auf Fragen des unabhängigen Senators David Pocock hieß es, der Streaming-Dienst habe ein anderes Geschäftsmodell, bei dem er nicht umgewandelte urheberrechtlich geschützte Inhalte übertrage, und müsse daher die Inhalte lizenzieren, die er streame. Oakley entgegnete, Musiklabels hätten bereits Dutzende Lizenzverträge mit kleineren KI-Firmen weltweit geschlossen. Es sei durchaus möglich zu lizenzieren, sie sei fast schockiert, dass solche Worte von einigen größeren KI-Unternehmen kämen. Lizenzierung für Streaming-Plattformen funktioniere bereits, bei Spotify, Amazon Music, Apple und Tidal. Es gebe bereite Rechteinhaber, die lizenzieren wollten, und Belege für Lizenzen an KI-Firmen. Man solle den Markt tun lassen, was er tun müsse, und zu den Labels kommen, dann werde man es möglich machen.
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