Die Abschiebung Tausender Migranten aus den USA in Drittstaaten ohne persönlichen oder rechtlichen Bezug zu den Betroffenen stößt bei Experten der Vereinten Nationen auf scharfe Kritik. In einem Bericht warnen 24 UN-Menschenrechtsexperten vor einer Kette von Menschenrechtsverletzungen, die für die Betroffenen auch tödlich enden könnte. Sie fordern, diese Praxis zu beenden.
Nach den vorliegenden Angaben geht es um Menschen, die nicht in ihre Herkunftsländer gebracht werden, sondern in andere Staaten. Unter den Betroffenen befinden sich demnach auch Flüchtlinge und Asylsuchende. Für viele dieser Menschen besteht laut der Warnung keine Verbindung zu dem Land, in das sie abgeschoben werden sollen oder bereits abgeschoben wurden.
Seit Donald Trump 2025 erneut das Amt des US-Präsidenten übernommen hat, bietet die US-Regierung ausländischen Regierungen dem Bericht zufolge Millionenbeträge dafür an, Migranten aufzunehmen. Dabei handelt es sich um Vereinbarungen mit Staaten, aus denen die Betroffenen nicht stammen. Welche konkreten Summen einzelnen Ländern angeboten oder gezahlt wurden, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Insgesamt sollen entsprechende Abkommen mit 35 Staaten geschlossen worden sein. Fast ein Drittel dieser Länder liegt in Afrika. Die Vereinbarungen markieren damit eine Ausweitung der US-amerikanischen Abschiebepolitik über die unmittelbaren Herkunftsstaaten der Migranten hinaus. Genauere Angaben dazu, wann die einzelnen Abkommen geschlossen wurden und wie viele Menschen in die jeweiligen Länder gebracht worden sind, liegen bislang nicht vor.
Die UN-Experten sehen in der Entwicklung eine miteinander verbundene Folge von Verstößen gegen grundlegende Rechte. Besonders problematisch sei, dass Menschen in Staaten gebracht werden könnten, zu denen sie keinerlei Bezug hätten. Dadurch könnten sie zusätzlichen Gefahren ausgesetzt sein. Die Fachleute warnen ausdrücklich vor möglichen tödlichen Konsequenzen, ohne dass in den vorliegenden Informationen einzelne Fälle oder konkrete Opfer genannt werden.
Die Kritik richtet sich damit nicht nur gegen einzelne Abschiebungen, sondern gegen das zugrunde liegende Vorgehen, Aufnahmevereinbarungen mit Drittstaaten finanziell zu fördern. Nach Einschätzung der Experten besteht das Risiko, dass die Betroffenen durch eine solche Überstellung in eine neue, unsichere Situation geraten. Ob und in welchem Umfang die US-Regierung die Vorwürfe zurückgewiesen oder auf die Warnung reagiert hat, ist aus den verfügbaren Angaben nicht ersichtlich.
Auch die genaue Zahl der bereits abgeschobenen Menschen bleibt offen. Fest steht nach dem Bericht lediglich, dass es sich um Tausende Migranten handelt. Unklar ist zudem, wie viele Flüchtlinge und Asylsuchende darunter sind und in welche der insgesamt 35 Staaten sie gebracht wurden.
Die Warnung der UN-Experten fällt in eine Phase, in der die US-Regierung ihre Zusammenarbeit mit Drittstaaten bei der Aufnahme von Migranten ausbaut. Die Experten verlangen, die Abschiebungen in Länder ohne Bezug zu den Betroffenen zu stoppen. Das berichtete zuerst The Guardian World.
Kurz zusammengefasst
- 24 UN-Menschenrechtsexperten warnen vor einer Kette von Menschenrechtsverletzungen durch Abschiebungen in Drittstaaten
- Die USA sollen mit 35 Staaten Abkommen zur Aufnahme von Migranten geschlossen und dafür Millionenbeträge angeboten haben
- Betroffen sind auch Flüchtlinge und Asylsuchende; die UN-Experten fordern, Abschiebungen in Länder ohne Bezug zu stoppen
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