Die UN-Generalversammlung hat eine politische Erklärung zur Prävention, Vorbereitung und Reaktion auf Pandemien verabschiedet. Für den Text stimmten 153 Staaten, drei dagegen: Argentinien, Israel und die USA. Neuseeland und Paraguay enthielten sich, wie UN News berichtete.
Die Erklärung sollte bei einem hochrangigen Treffen am 25. September im Konsens angenommen werden. Einwände der USA und einiger weiterer Staaten verhinderten dies und brachten den Text zurück in die Generalversammlung.
Das politische und nicht bindende Dokument fordert eine stärkere Zusammenarbeit auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene. Diese solle sich an Wissenschaft, Gleichheit und der Achtung der Menschenrechte orientieren. Zudem begrüßt die Erklärung die im Vorjahr erfolgte Verabschiedung des Pandemieabkommens der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus habe die Verpflichtung der UN-Mitgliedstaaten zur weiteren Zusammenarbeit begrüßt, teilte die WHO mit. Die Staaten müssten nun ihre Zusagen erfüllen und insbesondere die Verhandlungen über den Anhang zum System für den Zugang zu Krankheitserregern und die Aufteilung daraus entstehender Vorteile abschließen, habe Tedros erklärt. Erst danach könne das WHO-Pandemieabkommen zur Unterzeichnung aufgelegt werden, der Ratifizierungsprozess beginnen und das Abkommen als internationales Recht in Kraft treten.
Der Anhang regelt, wie Länder Proben und genetische Daten teilen sollen. Staaten, die dies tun, sollen im Gegenzug einen Anteil an daraus entstehenden Impfstoffen, Behandlungen und Diagnostika erhalten. Die Gespräche seien wegen eines Konflikts zwischen Entwicklungsländern sowie einigen einkommensstarken europäischen Staaten und den USA ins Stocken geraten. Die Weltgesundheitsversammlung mit ihren 194 WHO-Mitgliedern soll sich im kommenden Mai erneut mit dem Anhang befassen.
Der Vertreter der USA hatte zuvor auf „spaltende Ideologien ohne definitorischen Konsens“ sowie auf die Verweise der Erklärung auf die laufenden Verhandlungen über den Anhang verwiesen.
Die WHO startete außerdem eine Fünfjahresstrategie für ihren Hub für Pandemie- und Epidemieaufklärung. Ziel sei es, neu auftretende Gesundheitsgefahren innerhalb von 24 Stunden zu erkennen. Der 2021 während der Covid-19-Pandemie eingerichtete Hub soll jedem Land ermöglichen, neue Gefahren rasch zu identifizieren und zu verstehen, damit Ausbrüche eingedämmt werden können, bevor sie sich zu Epidemien entwickeln oder international ausbreiten.
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