Chinesische Autohersteller gewinnen auf dem europäischen Markt an Gewicht. Die EU will ihre Konkurrenz bei Hybridfahrzeugen mit einer Importgrenze eindämmen. Im kommenden Jahr soll das Kontingent für chinesische Hybridautos bei 350.000 Fahrzeugen liegen. Danach soll es jährlich um sechs Prozent steigen, wie tagesschau berichtet.
Zwei Jahre zuvor hatte er noch zwei Prozent betragen.
Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Importgrenze den Absatz chinesischer Hybridfahrzeuge ungefähr halbieren werde. Handelskommissar Maros Sefcovic hatte in der vergangenen Woche in China über die Lage im europäischen Autosektor verhandelt. Aus handelspolitischer Sicht sei die Begrenzung weniger weitreichend als die Zölle, die die EU 2024 auf vollelektrische Fahrzeuge aus China eingeführt habe, sagte Beron Wisbert.
Die Regelung verschaffe den europäischen Autobauern eine Schonfrist, erklärte die Professorin. Sie hätten dadurch mehr Zeit, ihre Plug-in-Hybride und Vollhybride technologisch besser zu positionieren und aufzuholen.
Der Autoexperte Jürgen Pieper bezeichnete den Aufschwung der Hybridmodelle als eine der großen Überraschungen der vergangenen zwei Jahre. Ein Vorstand eines großen deutschen Automobilherstellers habe den Markt vor zwei Jahren noch für erledigt gehalten und deshalb keine Investitionen angekündigt. Diese Einschätzung sei falsch gewesen.
In Deutschland wurden zuletzt Vollhybride und Plug-in-Modelle besonders häufig gekauft. Vollhybride laden ihre Batterien während der Fahrt auf, während Plug-in-Hybride zusätzlich per Kabel geladen werden können. Pieper sagte der ARD-Finanzredaktion, Kunden schätzten an den Fahrzeugen die Verbindung von Verbrennungsmotor und Batterietechnik. Dadurch könnten sie sowohl tanken als auch laden.
Die Importgrenze garantiert den europäischen Herstellern jedoch keinen zusätzlichen Absatz.
Die Absatzschwäche auf dem chinesischen Markt bleibt von der Regelung unberührt. Sie trifft auch deutsche Hersteller.
Der Branchenexperte Christoph Stürmer von der csBeratung empfahl Konzernen wie Volkswagen, den Fokus auf Wachstumsmärkte zu richten, die mit vollelektrischen Fahrzeugen verbunden seien. Die neue EU-Grenze verschaffe den europäischen Herstellern damit vor allem Zeit, aber nicht automatisch mehr Absatz.
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