Die anhaltende Trockenheit setzt der Schweizer Stromversorgung zu. Wegen historisch tiefer Pegelstände produzieren Laufwasserkraftwerke im ganzen Land deutlich weniger Strom oder stehen vollständig still, wie der Tages-Anzeiger berichtet.
Am Rhein verzeichnet Axpo laut dem Bericht einen Produktionsrückgang von rund 60 Prozent. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich musste das Kraftwerk Höngg an der Limmat wegen Niedrigwassers komplett abschalten. Die Laufwasserkraftwerke von Alpiq an der Aare erzeugten im August rund 15 Prozent weniger Elektrizität.
Auch die Thurkraftwerk AG dürfte ihre kürzlich in Betrieb genommenen Anlagen im Kanton Thurgau voraussichtlich wieder abschalten. Geschäftsführer Kaspar Böhi habe gegenüber dem Blick erklärt, einen derart tiefen Pegel der Thur habe er noch nie erlebt. Der Regen der vergangenen Tage habe daran nichts geändert.
Weil die Wasserkraftwerke weniger leisten, wird günstiger Schweizer Strom knapper. Stromnetzbetreiber und Energieversorger müssen deshalb häufiger Strom auf dem europäischen Markt beschaffen oder teurere Ersatzkapazitäten einkaufen.
Die Trockenheit betrifft weite Teile Mitteleuropas. Dadurch geraten auch die internationalen Strommärkte unter Preisdruck, und der Einkauf im Grosshandel verteuert sich spürbar. Die Stromtarife für das kommende Jahr sind zwar bereits fixiert. Für 2028 müssen die Versorger jedoch bald Strom einkaufen.
Ein Ausweichen auf alpine Speicherkraftwerke kann die Ausfälle nur teilweise auffangen. Nach Daten des Bundesamts für Energie liegen die Füllstände vieler Speicherseen bereits unter dem langjährigen Durchschnitt.
Die Photovoltaik entlastet das Netz tagsüber teilweise. Dank der wachsenden Zahl von Anlagen auf Schweizer Dächern nähert sich ihre Produktion jener der Laufwasserkraftwerke an. Für eine stabile Versorgung in den Randstunden und im kommenden Winter bleibt die Wasserkraft jedoch das wichtigste Rückgrat der Schweizer Energieversorgung.
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