Österreichs öffentliche Hand benötigt nach Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo bis 2031 weitere Konsolidierungsmaßnahmen von rund 9 Milliarden Euro. Steigende Zinsen würden die Staatsfinanzen zusätzlich belasten, sagte Wifo-Direktor Gabriel Felbermayr bei der Präsentation der Konjunkturprognose, wie die Salzburger Nachrichten berichteten. Österreich zahlte 2025 rund 8,3 Milliarden Euro für seine Staatsschulden. Das entsprach 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Die Sparmaßnahmen dürften das gesamtstaatliche Defizit 2026 und 2027 nach Einschätzung der Institute nur geringfügig verringern. Für 2026 prognostiziert das Wifo ein Defizit von 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das IHS 3,9 Prozent. Für 2027 erwarten die Institute 3,8 beziehungsweise 3,7 Prozent. Damit bliebe Österreich weiterhin deutlich über der EU-Defizitgrenze von 3 Prozent. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) strebt deren Einhaltung für 2028 an.
Im Sommer hatte das IHS für 2026 noch ein Defizit von 4,0 Prozent erwartet. Das Finanzministerium war zuletzt von 4,1 Prozent ausgegangen. Marterbauer rechnet für 2027 aktuell mit 3,6 Prozent.
Im Juli 2025 wurde deshalb die Eröffnung eines EU-Defizitverfahrens gegen Österreich beschlossen.
Hinzu kommen eine Paketabgabe und eine höhere Alkoholsteuer. Höhere Zinsausgaben, Maßnahmen zur Abfederung der Teuerung, die Senkung der Mehrwertsteuer und Dürrehilfen für die Landwirtschaft wirken dem entgegen.
Die Staatsverschuldung soll weiter steigen. Das IHS erwartet für 2026 eine Schuldenquote von 82,5 Prozent und für 2027 von 83,7 Prozent. Das Wifo rechnet für 2027 mit 83,5 Prozent.
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