Die Schweiz hat nach Einschätzung des Sicherheitsexperten Ivo Capaul kein klares Bild der Bedrohungslage durch Drohnen.
In 20 Prozent der Fälle könnte ein hybrider Angriff eines Staates dahinterstecken.
Die Unterscheidung zwischen einer harmlosen und einer feindlichen Drohne sei schwierig, sagte Capaul. Kommerzielle Drohnen hätten heute quasi ein virtuelles Nummernschild und seien registriert. Ein Sensor könne sie dadurch identifizieren. Ein böswilliger Akteur könne eine Drohne jedoch aus handelsüblichen Teilen selbst zusammenbauen oder ihre Steuerung manipulieren. Dann werde die Identifikation schwierig und erfordere aufwendige Radarsensoren.
Um ein besseres Lagebild zu erhalten, brauche es Sensoren bei kritischer Infrastruktur. Betreiber solcher Infrastruktur sollten zudem verpflichtet werden, Drohnensichtungen zu melden. Nur so könne ein nationales Lagebild entstehen, auf dessen Grundlage gehandelt werden könne.
Staatliche Akteure könnten mit Drohnenflügen nach Capauls Einschätzung unterschiedliche Ziele verfolgen.
In den meisten Fällen lasse sich nicht eindeutig beweisen, ob ein staatlicher Akteur hinter einem Drohnenflug stecke und um welchen es sich handle.
Eine absolute Sicherheit gegen Drohnen werde es laut Capaul nicht geben. Deshalb müsse priorisiert werden, wo die Bedrohung am grössten sei.
Zusätzlich zur Abwehr müsse der Eigenschutz gestärkt werden.
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