Die Ukraine wirft den USA vor, sie vor neuen russischen Raketenangriffen nicht gewarnt zu haben. Präsident Wolodymyr Selenskyj und ranghohe Regierungsvertreter kritisierten, die ukrainischen Systeme hätten die Raketen erst erfasst, als sie sich bereits Kiew genähert hätten, wie tagesschau berichtete.
Russland griff erneut die Energieinfrastruktur der Ukraine an. Nach Angaben des ukrainischen Ministerpräsidenten Serhij Korezkyj wurden alle drei Heizkraftwerke der Hauptstadt Kiew attackiert. In Kiew starben nach Polizeiangaben fünf Menschen, zwei weitere Menschen kamen nach Behördenangaben bei Angriffen im Gebiet Dnipropetrowsk ums Leben. Mindestens 600.000 Menschen waren ohne Strom.
Selenskyj schrieb, es habe erneut keine Vorwarnung der Partner gegeben. Ein weiterer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, die USA hätten die Ukraine bereits zum zweiten Mal nicht über den Start russischer Raketen informiert, als der Energiesektor angegriffen worden sei. Es sei offensichtlich, dass die Vereinigten Staaten Russland aus einem bestimmten Grund helfen würden.
Auch der Technologieberater des Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow, erklärte, der Betrieb des US-Satellitenkommunikationssystems Starlink sei in der Nacht stark eingeschränkt gewesen. Dadurch seien ukrainische Angriffe gescheitert. Der Ukraine sei damit eine ihrer wenigen Möglichkeiten genommen worden, sich gegen neuartige Schahed-Drohnen mit Strahltriebwerk zu wehren.
Ein Vertreter der US-Regierung bestritt, dass Washington seine Haltung zum Austausch von Geheimdienstinformationen mit Kiew geändert habe. NATO-Generalsekretär Mark Rutte sagte bei einem Besuch in Estland, US-Präsident Donald Trump habe versichert, der Informationsaustausch sei nicht eingestellt worden. Rutte rief die Verbündeten zugleich zu mehr Unterstützung für die ukrainische Luftverteidigung auf.
Auch die EU erklärte, ihr lägen keine Anzeichen für einen Stopp der US-amerikanischen Informationsweitergabe vor. Bundesaußenminister Johann Wadephul teilte mit, er erkenne keine substanzielle Verringerung der US-Unterstützung.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf Kommunikations- und Energieinfrastruktur in Kiew, im Umland der Hauptstadt und in der Region Charkiw. Für Schlussfolgerungen sei es aber noch zu früh.
Das Verhältnis zwischen Washington und Kiew ist angespannt. Medienberichten zufolge soll die US-Regierung zuletzt mit einem Stopp der militärischen Aufklärungsdaten gedroht haben, falls die ukrainische Führung nicht kompromissbereiter werde.
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