In Albaniens Hauptstadt Tirana ist es am zweiten Tag von Protesten gegen die Regierung zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. Hunderte Menschen forderten den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama und bessere Studienbedingungen, berichtete Spiegel Online.
Unter den Demonstrierenden waren viele Studierende. Nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP kletterten zwei Demonstrierende über eine Mauer und warfen Leuchtfackeln in das Gebäude.
Auch in das Finanzministerium drangen Demonstrierende kurzzeitig ein, nachdem sie Türen aufgebrochen hatten. Die Polizei drängte sie zurück. Anschließend zogen die Menschen zu den Büros des Ministerpräsidenten und warfen in deren Richtung Steine. In einer Bankfiliale wurden Fensterscheiben eingeschlagen und Unterlagen angezündet.
Albanien ist EU-Beitrittskandidat; zu Wochenbeginn wurde ein weiteres Verhandlungskapitel vorläufig abgeschlossen.
Die Proteste stehen im Zusammenhang mit der sogenannten „Flamingo-Revolution“. Die Serie von Demonstrationen entzündete sich an einem Immobilienprojekt in einem Naturschutzgebiet an der albanischen Adriaküste. Das Projekt wird von Ministerpräsident Rama unterstützt.
Die Proteste von Studierenden und Umweltschützern richten sich gegen das gesamte politische Establishment Albaniens. Viele Bürger empfinden die politischen Eliten nach Angaben des Berichts als gierig, korrupt und inkompetent.
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