Nordkorea hat am Mittwoch (14. Oktober) zwei Typen strategischer Marschflugkörper von einem U-Boot aus ins Ostmeer abgefeuert. Die Tests hätten der Überprüfung der Einsatzbereitschaft unterseeischer Kampfsysteme sowie einer Übung der Marine gedient, berichtete CNA Asia am Donnerstag (15. Oktober) unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.
Die Raketen seien ohne nachteilige Auswirkungen auf die Sicherheit der Nachbarländer ins Ostmeer gestartet worden, erklärte KCNA. Das Gewässer wird auch als Japanisches Meer bezeichnet. Aufnahmen zeigten eine Rakete, die senkrecht aus dem Wasser aufstieg und eine dichte Rauchwolke hinter sich herzog. Ein weiteres Geschoss schien in einem Winkel von 45 Grad aus dem Meer zu kommen. Andere Bilder zeigten eine Rakete im waagerechten Flug über dem Wasser sowie ein U-Boot an der Oberfläche.
KCNA erklärte, die Tests hätten die hohe Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Leistungsfähigkeit der Abschreckung Nordkoreas gezeigt. Die Fähigkeiten des Landes zum Start von Raketen aus U-Booten seien jedoch weiterhin unklar. Nordkorea hat in den vergangenen Jahren mehrfach solche Starts vorgenommen.
Marschflugkörper werden in der Regel von Strahltriebwerken angetrieben und fliegen in geringerer Höhe als ballistische Raketen. Dadurch sind sie schwerer zu entdecken und abzufangen. Senkrechte Starts könnten die Raketen zunächst steil steigen lassen und dadurch ihre Reichweite erhöhen. Starts in einem Winkel könnten dagegen einen Flug in geringerer Höhe ermöglichen und die Ortung sowie Abwehr erschweren.
Die Tests erfolgten nach einer weiteren Verschärfung der Beziehungen zwischen Pjöngjang und Seoul. Im vergangenen Monat war in dem von Südkorea kontrollierten Bereich der demilitarisierten Zone eine Landmine explodiert. Dabei wurden drei südkoreanische Soldaten verletzt. Beide Seiten testeten danach verbesserte Raketentechnik.
Nordkorea führte im Oktober mehrere Tests ballistischer Raketen durch, zuletzt am Montag. Südkorea testete in der vergangenen Woche sein erstes selbst entwickeltes Hyperschall-Gleitfluggerät. Beide Länder testeten in diesem Monat auch Hyperschallwaffen.
Der Koreakonflikt endete 1953 mit einem Waffenstillstand, nicht mit einem Friedensvertrag. Damit befinden sich Nord- und Südkorea formal weiterhin im Kriegszustand.
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