Jede davon könne nach dem Ansatz der Forscher mehr als eine Milliarde gesunder Lebensjahre kosten, berichtete n-tv.
Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Gefahren tatsächlich eintreten, schätzen die Experten jedoch als eher gering ein.
Bei künstlicher Intelligenz beschreibt der Bericht drei mögliche Gefahrenwege. Kriminelle könnten damit neuartige, hochtödliche Krankheitserreger entwerfen. Zudem könne KI in kritischer Infrastruktur, etwa in Kliniken oder autonomen Waffen, versagen oder missbraucht werden.
Ein Atomkrieg würde laut Bericht durch Druckwellen, Hitze und Strahlung zunächst viele Menschen töten und verletzen. Lieferketten, Landwirtschaft und staatliche Ordnung könnten zusammenbrechen.
Zu den weiteren Bedrohungen zählen den Angaben zufolge Übergewicht, Rauchen, Alkohol, ein geringer Bildungsstand und Einkommensungleichheit. Die Corona-Pandemie habe zum Vergleich etwa 500 Millionen gesunde Lebensjahre gekostet, darunter geschätzt 18,1 Millionen Corona-Tote. Als gesundes Lebensjahr gilt dabei ein Lebensjahr, das durch Tod oder anteilig durch Krankheit verloren geht.
Die Kommission berechnete außerdem, wie viele gesunde Lebensjahre durch gute Politik im Vergleich zu schlechter Politik gerettet werden könnten. Beim Übergewicht sieht sie das größte Potenzial: Bis 2100 könnten demnach rund 23 Milliarden verlorene Lebensjahre vermieden werden, wenn sich die Menschheit besser ernähre und mehr bewege. Das entspreche etwa 46 Corona-Pandemien.
Beim Bildungsstand halten die Experten Einsparungen von rund 16 Milliarden gesunden Lebensjahren für möglich. Sie verweisen auf den in der Forschung gut belegten Zusammenhang, wonach Menschen mit besserer Bildung im Schnitt gesünder und länger lebten. Das Haushaltseinkommen beeinflusse Ernährung, medizinische Versorgung und insbesondere das Überleben von Müttern und Neugeborenen.
Die Folgen verteilten sich regional unterschiedlich. Bei den vermeidbaren Kriegstoten seien es fast 80 Prozent.
Auch der Klimawandel steht auf der Liste. Die Zahl der vermeidbaren verlorenen gesunden Lebensjahre liegt nach der Berechnung bei 1,9 Milliarden. Die Forscher bezogen nur Gesundheitsfolgen ein, für die belastbare Daten vorlagen. Für die Zeit über 2100 hinaus hält die Kommission es für möglich, dass der Klimawandel selbst zu einer Gefahr mit Auslöschungspotenzial wird.
Als Empfehlungen an Entscheidungsträger nennt der Bericht den Aufbau bedrohungsresistenter Gesundheitssysteme, schnellere Investitionen in bahnbrechende Innovationen und den Ausbau der Überwachung neu auftretender Risiken. Christopher Murray von der University of Washington, Co-Vorsitzender der Kommission, sagte laut Mitteilung, die Menschheit habe trotz des Ausmaßes der Bedrohungen weiterhin Handlungsmöglichkeiten.
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