Die Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz will Bundesrätin werden. Die Veranstaltung fand in einem Hotel vor dem Hauptbahnhof statt. Amaudruz begründete die Wahl des Ortes mit der Verbundenheit des Grenzkantons mit der Schweiz.
Die SVP-Vizepräsidentin wies Kritik aus der Deutschschweiz zurück. Sie verteidige seit Jahren die Werte der SVP und könne deshalb nicht nachvollziehen, dass ihre Haltung infrage gestellt werde. Der Verleger und frühere SVP-Nationalrat Roger Köppel hatte ihre mögliche Kandidatur zuvor als schweren Fehler bezeichnet. Nach seiner Einschätzung sei Amaudruz in Bundesbern politisch zu wenig bedeutend und habe in der SVP zu wenig Rückhalt.
Amaudruz folgt nach eigener Darstellung weitgehend der Parteilinie. Bei gesellschaftspolitischen Fragen vertritt sie jedoch liberalere Positionen. Sie stellte sich gegen eine SVP-Initiative, nach der Krankenkassen Abtreibungen nicht mehr bezahlen sollten, setzte sich für den Vaterschaftsurlaub ein und befürwortet die Zulassung der Eizellenspende.
Eine solche Frage sei im Jahr 2026 unangemessen.
Gegenüber SRF sagte Amaudruz, ihre abweichenden Positionen gehörten nicht zur politischen DNA der SVP. Bei den Kernthemen vertrete sie die Partei vollständig. Dazu zählte sie die Ablehnung einer Annäherung an Europa, eine strenge Haltung zur Einwanderung und sichere Grenzen.
Im Fall einer Wahl würde sie als Bundesrätin jedoch die Position des Gesamtgremiums vertreten, erklärte sie.
Zugleich verlangte Amaudruz eine angemessene Vertretung der Romandie im Bundesrat. Auf dem SVP-Ticket müsse sich ihrer Ansicht nach mindestens eine Kandidatur aus der französischsprachigen Schweiz befinden.
Kritik aus der Deutschschweiz an Genf wies sie zurück. Auch im Zollstreit mit den USA habe sich die Bedeutung Genfs gezeigt: Die Schweizer Delegation, die zu Donald Trump ins Oval Office gereist sei, habe maßgeblich aus Wirtschaftsvertretern aus Genf bestanden.
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