Russischer Diesel erreicht nach Angaben des Kremls wieder internationale Märkte. Vorausgegangen sei eine Vereinbarung mit US-Präsident Donald Trump, berichtete The Moscow Times. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Lieferungen dürften die Stabilisierung der Ölmärkte unterstützen, würden dafür aber nicht ausreichen.
Trump hatte in der Vorwoche erklärt, Russland habe sich zur Lieferung von Diesel an die Weltmärkte bereit erklärt, um die Kraftstoffpreise zu senken. Russland hob daraufhin sein Exportverbot für Diesel ab dem 10. Oktober teilweise auf.
Daten von LSEG zeigten, dass Russland die Verladung von Diesel im Ostseehafen Primorsk wieder aufgenommen habe. Ein Tanker sei am Dienstag mit rund 40.000 Tonnen schwefelarmem Diesel beladen worden und habe Kurs auf Marokko genommen.
Nach den von Trump am vergangenen Freitag bekannt gegebenen Vereinbarungen soll Russland zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel auf den Weltmarkt bringen. Im November sollen weitere 500.000 Tonnen folgen. Die erste Menge entspricht 2,25 Millionen Barrel und liegt nach Daten der US-Energieinformationsbehörde unter dem täglichen Verbrauch des US-Transportsektors von rund 2,94 Millionen Barrel.
Das US-Finanzministerium erteilte eine Genehmigung für Transaktionen mit russischem Diesel, die bis zum 7. April 2027 gilt. Europäische und ukrainische Vertreter kritisierten die Vereinbarung. Sie argumentierten, dass zusätzliche Einnahmen aus russischen Energieexporten unmittelbar den Kriegseinsatz des Kremls finanzierten. Russland wies die europäische Kritik als „zynisch“ zurück und verwies darauf, dass Europa weiterhin russisches Öl und Flüssigerdgas kaufe.
Der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak sagte, die Vereinbarung werde Russlands Wirtschaft stärken und direkte Lieferungen an den US-Markt ermöglichen. Die Lieferungen würden auf die Weltmärkte und unmittelbar in die USA gehen, sagte Nowak nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TASS. Russland strebe an, die monatlichen Diesel-Exporte bis Ende 2026 auf 3,5 Millionen Tonnen zu steigern und seinen Anteil am Weltmarkt auf mehr als 10 Prozent zu erhöhen.
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