Die Aktie des KI-Computing-Unternehmens CoreWeave ist nach einem Verlust von 15 Prozent am Vortag im vorbörslichen Handel um weitere 6 Prozent gefallen. Anleger sorgen sich um die hohe Verschuldung des Unternehmens, sein Geschäftsmodell und eine mögliche Abschwächung der Nachfrage nach künstlicher Intelligenz, berichtete Hindustan Times World.
Bernstein bewertet die langfristigen Geschäftsaussichten von CoreWeave weiterhin negativ. Die Analystin Madison Rezaei schrieb laut Yahoo Finance, das Geschäftsmodell stehe langfristig vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Bernstein bestätigte die Einstufung „Underperform“.
Auch die Unternehmensanleihen von CoreWeave gerieten unter Druck. Anleger verkauften am Vortag Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten. Das drückte deren Kurse und ließ die Renditen steigen. Der Ausverkauf spiegelte Sorgen über eine mögliche Abschwächung der KI-Ausgaben und deren Folgen für die bereits angespannte finanzielle Lage des Unternehmens wider.
Der Anstieg der Anleiherenditen zog auch die Aufmerksamkeit von Elon Musk auf sich. Er reagierte laut Yahoo Finance mit dem Wort „Yikes“ auf einen Beitrag des Risikokapitalgebers Chamath Palihapitiya zu der Entwicklung auf X.
Zusätzlichen Druck erzeugte eine Prognose des Forschungsunternehmens Gartner. Danach könnten bis 2030 mehr als 80 Prozent der sogenannten Neocloud-Anbieter aufhören, unabhängig zu arbeiten. Als Gründe nannte Gartner Kostendruck und fehlende eigenständige Geschäftsmodelle. Die Unternehmen könnten demnach schließen, mit anderen Firmen fusionieren oder ihre Unabhängigkeit auf andere Weise verlieren.
CoreWeave gehört zu der von Gartner genannten Neocloud-Kategorie. Diese Unternehmen stellen Recheninfrastruktur bereit, darunter Zugang zu leistungsfähigen Chips und weiteren Ressourcen für die Entwicklung und den Betrieb von KI-Systemen. Gartner habe damit die Frage aufgeworfen, ob die Anbieter ihre Kosten kontrollieren und sich von Wettbewerbern abheben könnten.
CoreWeave wies die Kritik zurück. Nicht alle Anbieter von KI-Infrastruktur arbeiteten auf dieselbe Weise, erklärte das Unternehmen gegenüber Yahoo Finance. Einige Wettbewerber versuchten, große Summen aufzunehmen, ohne über die nötigen Fähigkeiten zur Umsetzung, Umsätze, Größenvorteile oder Softwarelösungen für ihre Kunden zu verfügen.
Der Markt sei dynamisch und umfasse viele unterschiedliche Akteure, teilte CoreWeave weiter mit. Unternehmen, die neue Technologien entwickelten, könnten Phasen durchlaufen, in denen Anleger ihre Geschäftsmodelle missverstünden und irrational reagierten. CoreWeave erklärte, weiterhin Vertrauen in sein Geschäftsmodell, seine Kunden und seine Umsetzung zu haben, und verwies auf die Qualität seiner Abläufe sowie die finanzielle Disziplin des Unternehmens.
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