Der taiwanische Halbleiterhersteller TSMC hat in den vergangenen drei Monaten ein Nettoergebnis von 21 Milliarden Euro erzielt. Nach Angaben der Kleinen Zeitung war es das sechste Rekordquartal in Folge. An der Spitze des Unternehmens steht C. C. Wei, der TSMC seit 2018 führt.
Der promovierte Elektroingenieur leitet ein Unternehmen, dessen öffentliche Bekanntheit weit hinter seiner wirtschaftlichen Bedeutung zurückbleibt. TSMC steht für Taiwan Semiconductor Manufacturing Company und fertigt Halbleiter im Auftrag anderer Firmen. Zu den Kunden zählen große Namen wie Apple und Nvidia, die Prozessorarchitekturen und Designs entwickeln, während TSMC deren industrielle Produktion übernimmt.
Der Aufschwung hängt mit dem weltweit steigenden Bedarf an Rechenleistung und leistungsfähigeren Prozessoren zusammen. Künstliche Intelligenz gilt dabei als Triebfeder. Wei sagte, der Trend sei robust und die Nachfrage extrem stark. TSMC erlebe derzeit das Entstehen einer neuen Industrie.
Gleichzeitig verwies Wei auf die bevorstehenden Milliardeninvestitionen. Wenn das Unternehmen dabei nicht sorgfältig vorgehe, könne dies für TSMC eine große Katastrophe werden, erklärte er. Eine Analystin fragte ihn nach den weiteren Aussichten für die Profitabilität. Wei erwiderte, dieser seien keine Grenzen gesetzt, eine dramatische Steigerung werde aber nicht über Nacht eintreten.
TSMC wurde 1987 vom Halbleiterpionier Morris Chang gegründet. Das Unternehmen entwickelte ein Geschäftsmodell der reinen Auftragsfertigung von Halbleitern und verkauft keine eigenen Chip-Designs. Heute lässt TSMC laut dem Bericht nahezu jeden High-End-Chip herstellen.
Auch Intel, lange Zeit der bekannteste Chipproduzent, lässt Prozessoren bei TSMC fertigen. Für Taiwan gilt das Unternehmen zudem als geopolitischer Faktor, weil eine militärische Eskalation zwischen Taiwan und China die weltweite Versorgung mit modernen Halbleitern massiv beeinträchtigen könnte.
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