Chinas Wirtschaft hat im Sommer an Schwung gewonnen, doch die Schwierigkeiten im Land bleiben groß. Das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft legte im dritten Quartal um 4,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu, wie der Tages-Anzeiger unter Berufung auf das Statistikamt in Peking berichtet.
Volkswirte hatten ein etwas geringeres Plus erwartet. Im zweiten Quartal lag die Rate noch bei 4,3 Prozent, zum Jahresauftakt bei 5,0 Prozent.
Für die ersten neun Monate meldete die Behörde ein Wachstum von 4,6 Prozent. Die Regierung peilt für das Gesamtjahr ein Wachstum von 4,5 bis 5 Prozent an, und China bewegt sich damit bislang innerhalb dieser Spanne.
Die Voraussetzungen dafür seien gut, sagte er. Die Abschwächung im zweiten Quartal führte er auf die Ölpreise zurück, die sich wegen der Lage im Nahen Osten verändert hätten. Für das Schlussquartal erwarte er eine Besserung.
Vor allem das Auslandsgeschäft läuft gut. Im September allein betrug das Plus 36,3 Prozent. Getragen wird der Aufschwung vor allem von der weltweiten Nachfrage nach Technologie, darunter Halbleiter und Elektronik für künstliche Intelligenz (KI).
Auch die Industrie bleibt eine wichtige Stütze.
Im Inland sieht die Lage deutlich schlechter aus. Die Einzelhandelsumsätze legten im September um 1,1 Prozent zum Vorjahr zu und fielen damit stärker aus als erwartet.
Noch deutlicher zeigt sich die Schwäche bei den Investitionen. Die Anlageinvestitionen sanken von Januar bis September um 7,2 Prozent.
Die Immobilienkrise wirkt auf mehreren Wegen. Viele Wohnungen verlieren an Wert, was Besitzer verunsichert und sie dazu bringt, weniger Geld auszugeben. Bauunternehmen beginnen weniger neue Projekte und vergeben entsprechend weniger Aufträge. Zugleich fehlt vielen Städten Geld, denn sie hatten lange gut am Verkauf von Grundstücken an Bauunternehmen verdient. Seit der Krise sind diese Einnahmen stark gesunken.
Die Regierung will mit zusätzlichen Hilfen die Nachfrage im Inland stärken. Seit Oktober können Käufer einer ersten Wohnung unter bestimmten Bedingungen staatliche Zinsbeihilfen für neue Kredite erhalten.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumserwartung für China zuletzt leicht nach unten korrigiert. Auf Dauer könnte es für China schwieriger werden, seine Probleme mit immer höheren Exporten auszugleichen.
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