Lehrkräfte in Österreich sind trotz hoher beruflicher Belastung widerstandsfähiger, als man annehmen könnte. Darüber berichtete die Salzburger Nachrichten unter Berufung auf eine neue Studie. Die Studienurheber sehen darin eine ausgeprägte Resilienz. Die Pädagoginnen und Pädagogen kämen offenbar hervorragend mit den täglichen Herausforderungen zurecht.
Die Belastung bleibt dennoch hoch. Als größte Belastungsfaktoren nennen 68 Prozent administrative Aufgaben, gefolgt von zu großen Klassen mit 64 Prozent. Dazu kommt der Umgang mit Heterogenität. Knapp zwei Drittel sehen auch die individuelle Förderung als herausfordernd. Schulentwicklungsarbeit und fehlende Pausen nennen je 56 Prozent.
Viele Lehrkräfte erlebten Sinn in ihrer Arbeit, stünden zugleich aber unter erheblichem Druck. 65 Prozent schätzen ihren allgemeinen Gesundheitszustand als positiv ein. Besonders ausgeprägt seien die Dimensionen soziale Beziehungen, Engagement und Zielerreichung. Laut Erhebung nimmt der anfänglich hohe Enthusiasmus im Tagesverlauf deutlich ab, während die Erschöpfung steigt.
Als entscheidenden Faktor im Umgang mit Belastungen nennen 72 Prozent der Befragten ihr Selbstwirksamkeitsempfinden. Je circa zwei Drittel setzen auf Stressbewältigungsstrategien, einen gesunden Lebensstil und kollegiale Unterstützung. Das solle allerdings nicht der Normalfall werden.
Als konkrete Unterstützung wünschen sich von rund der Hälfte der Befragten am häufigsten psychologische Begleitung und kleinere Klassen. Darüber hinaus hätten viele Lehrkräfte gern weniger administrativen Aufwand, mehr Unterstützungspersonal, eine gerechtere Entlohnung und eine bessere Work-Life-Balance.
Besorgt zeigen sich die Lehrkräfte auch über die Situation der Jugendlichen. Als häufigste Ursache scheinen Smartphone und Social Media zu gelten. Leistungsdruck und mangelnde Unterstützung im Elternhaus spielen laut über 70 Prozent eine wesentliche Rolle. Viele Lehrkräfte reagieren eigenen Angaben zufolge proaktiv mit Bewegungs- und Entspannungsübungen, Stressbewältigungsstrategien und persönlichen Gesprächen. Besonders engagiert seien Sonderschullehrkräfte, die zugleich die höchste eigene Belastung aufweisen.
Helm sagte abschließend, mentale Gesundheit werde im Schulalltag durchaus thematisiert, jedoch oft unsystematisch. Aus seiner Sicht bestehe klarer Handlungsbedarf.
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