Die Steuersenkung auf Sprit kommt bei den Autofahrern offenbar kaum an. Wie Spiegel Online berichtet, nehmen sieben von zehn Autofahrern keine spürbare Verbilligung beim Tanken wahr, obwohl der Staat seit Anfang Oktober knapp 17 Cent Steuern pro Liter weniger kassiert.
Von den 5000 Befragten verneinten 69 Prozent, dass das Tanken spürbar günstiger geworden sei, und zwar eindeutig oder eher. Nur 24 Prozent gaben an, eine Entlastung zu bemerken. Sieben Prozent konnten die Frage nicht beantworten.
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen Stadt und Land. Auch zwischen den Altersgruppen gibt es große Abstände. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 29 Prozent, bei den 40- bis 64-Jährigen 18 Prozent und bei den über 64-Jährigen 19 Prozent.
Kritiker bemängeln, die Ersparnis setze falsche Anreize, und Mineralkonzerne verdienten an der Steuersenkung mit. Laut DIW lag die Weitergabe in den ersten 18 Tagen bei rund zwei Dritteln. Die Berechnung des Ifo, die sich auf die ersten 13 Tage bezieht, arbeitet mit einer leicht anderen Methode und ergibt einen etwas höheren Anteil.
Selbst bei vollständiger Weitergabe wäre die Ersparnis nach den Berechnungen gering. Laut Kraftfahrt-Bundesamt werden ein typisches Auto in Deutschland rund 900 Kilometer im Monat bewegt.
Im Vergleich zur vergangenen Woche wurde Benzin der Sorte E10 laut ADAC rund vier Cent billiger, Diesel um einen Cent. Gegenüber dem letzten Tag vor Beginn des Tankrabatts waren das 13,5 beziehungsweise 14,1 Cent weniger. Allerdings seien die Preise schon kurz vor dem Start teilweise gesunken.
Eine SPIEGEL-Umfrage zeigt zudem, dass sich die meisten Deutschen andere Hilfen gegen hohe Spritpreise wünschen.
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