Der Konzern äußerte sich zu diesen Spekulationen nicht.
Den Hinweis hätten der europäische Konzernbetriebsrat und der Weltkonzernbetriebsrat gegeben. Von VW hieß es, über tarifliche Themen jeder Art solle zuerst intern in Verhandlungen gesprochen werden.
Das sei seit Längerem bekannt. Das zeige zugleich, wie groß der Problemdruck bei VW sei und dass er auch im Management wahrgenommen werde.
Wie stark sich das auf die Einzelnen auswirke, hänge unter anderem vom Lebensalter der Beschäftigten ab, so Dohse. Gut vier Jahre ohne Lohnsteigerung seien aber heftig.
Als größten Kostenfaktor nannte Dohse die Materialkosten, die weit über 50 Prozent ausmachten. Die Personalkosten lägen bei rund 15 Prozent; beim VW-Konzern beliefen sie sich auf rund 50 Milliarden Euro. Die US-Zölle, über die viel diskutiert werde, seien im Vergleich ein geringerer Posten.
Rohstoffe hätten sich vor allem Anfang der 2020er-Jahre stark verteuert, insbesondere Stahl und Aluminium. Da viel zugekauft werden müsse, seien auch zugekaufte Produkte in den Materialkosten enthalten. Die Zulieferer gäben ihre Kostensteigerungen an den Volkswagen-Konzern weiter.
Dohse hält das für halbwegs realistisch, wisse aber nicht, wie das Management die Produktpreise berechne. Der Betriebsrat habe auf jeden Fall einen Punkt: Personalkosteneinsparungen allein könnten die Wettbewerbsfähigkeit nicht wiederherstellen.
Dohse hält den Schritt für wichtig. Bei den Materialkosten sei wegen ihres deutlich höheren Anteils relativ viel Raum zum Sparen. Er nannte eine Reduktion der Produktpalette, Vereinfachungen, das Zusammenlegen von Bereichen und vielleicht die Schließung nicht effizienter Werke.
Um wieder wettbewerbsfähig zu werden, müsse VW die Technologieführerschaft zurückgewinnen, gerade bei Elektroautos. Deshalb solle man bei einigen Personalkosten nicht unbedingt sparen. Bei Forschung und Entwicklung solle man nicht sparen, sondern eher noch mehr investieren.
Wie viel ein Aussetzen der Lohnerhöhungen tatsächlich einsparen würde, sei schwer zu sagen, so Dohse. Es hänge davon ab, wie hoch die hypothetischen Lohnerhöhungen im nächsten Jahr ausfallen würden, und davon, wie viel Personal gleichzeitig abgebaut werde.
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