Bei Tamedia wächst der Unmut über den geplanten Abbau von 34 Vollzeitstellen. An einer Protestaktion machten Angestellte ihrem Frust Luft, wie SRF berichtet. Eine Kundgebungsteilnehmerin sagte, die Belegschaft könne nicht mehr. Sie fragte, wo überhaupt noch Entlassungen vorgenommen werden sollten, da die Ressourcen schon jetzt sehr knapp seien.
Auf Schildern forderten die Demonstrierenden Journalismus statt KI.
Unterstützung erhielten die Demonstrierenden vom Zürcher Stadtpräsidenten Raphael Golta. Medien seien extrem wichtig für Gesellschaft, Demokratie und Kultur, sagte er. KI-generierter Inhalt habe nicht mehr viel mit Journalismus zu tun.
Den Gewinn macht die Gruppe vor allem mit dem digitalen Angebot, dem Jobportal und dem Immobilienportal. Die Bezahltitel unter Tamedia, darunter Tages-Anzeiger, Berner Zeitung, Basler Zeitung und die Zürcher Regionalzeitungen, erzielen dagegen nur eine relativ kleine Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
SRF-Medienredaktor Salvador Atasoy, zu dem SRF befragt wurde, sagte, Tamedia versuche dies seit Jahren. Die Print-Abos seien für die Werbung mehr wert als die Digitalabos, zugleich stiegen die Kosten in Druck und Vertrieb. Die Kurve zeige nach all diesen Jahren immer noch nach unten. Die Belegschaft ist zudem verärgert, weil die Ankündigung fünf Tage nach dem Auslaufen eines Entlassungsstopps erfolgte.
Tamedia-Sprecher Edi Estermann sagte, das Unternehmen verstehe den Ärger, die Wut und den Frust. Tamedia werde aber an den Massnahmen festhalten müssen. Das Haus befinde sich wie alle Medienhäuser in einem Transformationsprozess. Estermann sagte weiter, er könne nicht sagen, dass dies die letzte Transformation gewesen sei.
Auch Ringier und die SRG haben Abbau angekündigt, bei Tamedia, Ringier und der SRG wird KI als Grund genannt. Atasoy zufolge waren vor ein paar Jahren noch über 10'000 Personen fest für Medien in der Schweiz tätig, und diese Zahl sinke jedes Jahr deutlicher. Für die Vielfalt der Berichterstattung, die Politik, die Demokratie und das Informationsbedürfnis der Menschen bedeute das wenig Gutes.
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