Die CSU geht selbstbewusst in ihren Parteitag, der am Freitag und Samstag in München stattfindet, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Auslöser des Stolzes sind Umfragen, die in dieser Woche erschienen sind. Bei der Sonntagsfrage zur bayerischen Landtagswahl kam die CSU bei zwei Instituten auf 36 beziehungsweise 37 Prozent. Der Wert liegt weitgehend konstant und etwa auf dem Niveau der Landtagswahlen 2018 und 2023, die unter der Führung von CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder stattfanden.
Söder kommentierte die Umfragen in sozialen Netzwerken mit dem Satz „Bayern und CSU stark und stabil“. Zudem schrieb er, die Bayern seien mit der Arbeit der Partei zufrieden. Die AfD kommt laut den Umfragen im Freistaat auf 21 bis 22 Prozent, der Koalitionspartner Freie Wähler auf neun bis zehn Prozent. Die amtierende Staatsregierung hätte demnach nur eine hauchdünne Mehrheit. CSU-Generalsekretär Martin Huber erklärte, die CSU bleibe Stabilitätsanker und Antreiber.
Söder wird am Freitagnachmittag eine Rede auf dem Parteitag halten. Am Samstag spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor den Delegierten. Die CSU wolle, so heißt es, mit dem Parteitag ein Zeichen der Geschlossenheit setzen. Der Kanzler werde so freundlich begrüßt wie in der Vergangenheit.
Zwei Leitanträge sollen das Bild der CSU als verlässliche Kraft der Mitte stützen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnt die Partei weiterhin ab, ebenso ein Verbotsverfahren. Der zweite Leitantrag befasst sich mit Bezahlbarkeit, einer menschenwürdigen Pflege und der Entlastung von Familien.
Das Parteitreffen könnte zudem eine Frage dominieren, die nicht auf der Tagesordnung steht: Soll Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) nächste Bundespräsidentin werden? Söder hat sich mehrmals für Aigner ausgesprochen, auch die SPD sympathisiert mit dem Vorschlag. Die endgültige Entscheidung sollen Merz und Söder als Chefs der Unionsparteien treffen. Eine klare Äußerung des Kanzlers zur Kandidatur steht noch aus.
In der CSU wird Aigner als Person beschrieben, die vereine statt zu spalten.
Die CDU steht bundesweit unter Druck. Dass dieser Trend Bayern bislang nicht erfasst, sieht die CSU als Erfolg. Die Süddeutsche Zeitung merkt allerdings an, dass 36 Prozent für die CSU ein historisch schlechtes Ergebnis wären.
Die jüngsten Umfragen waren in Parteikreisen mit einiger Sorge erwartet worden. Umfragen zur Bundestagswahl hatten zuletzt gezeigt, dass die CSU dort nur um die 30 Prozent läge. Danach verlor die CSU bei den Kommunalwahlen zahlreiche Landratsämter an die Freien Wähler. Auch die Pfingstbrief-Debatte, in der CSU-Vize Manfred Weber ein inhaltliches Vakuum in der Partei ausgemacht hatte, brachte Kritik an Söder. Inzwischen hat sich das laut Bericht gelegt. Gegenrede zu Söder dürfte auf dem Parteitag unwahrscheinlich sein. Ein innerparteilicher Kritiker meinte, mit den neuen Umfragen sei erst mal Dampf aus jeder Führungsdebatte.
Im Vergleich mit der CDU zeigt sich die CSU nach diesen Angaben stabiler. Ein Parteimitglied sagte dazu: „Bei uns läuft alles irgendwie geschmierter.“ Man sei so nicht zu linken Kompromissen gezwungen.
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