Neben der Kapitalrente ist mit dem Altersvorsorgedepot eine neue staatlich geförderte Zusatzrente vorgesehen. Sie soll die bisher als Riester bekannte Förderung ablösen und ab Januar starten. Das Versprechen lautet, mehr Aktien, ETFs und Renditechancen zu bieten. Darüber berichtete die tagesschau in einem Beitrag von Christian Sachsinger.
Wie groß die Lücke ist, zeigt nach Angaben des Autors schon die Rentenprognose des gesetzlichen Rentenversicherers. Die Differenz beider Werte ist die Rentenlücke, und die liegt bei gut 2.000 Euro keineswegs als Ausnahme.
Das sei jedoch nicht nötig. Viele Anbieter würden erst in den nächsten Monaten und teils weit ins nächste Jahr hinein auf den Markt kommen. Die staatliche Förderung könne zudem für das gesamte Jahr noch bis mindestens Ende 2027 nachträglich beantragt werden.
Ärgerlich sei, dass das sogenannte Standarddepot, dessen Kosten der Gesetzgeber auf ein Prozent deckele, häufig nicht aktiv angeboten werde. Ein solcher Träger sei jedoch noch nicht in Sicht und werde zu Jahresbeginn 2027 voraussichtlich noch nicht bereitstehen.
Einige Banken und Broker werben derzeit vor dem Start mit Kosten von wenig mehr als null Prozent. Verbraucherschützer halten das nach eigener Überzeugung für Lockvogelangebote, weil die Anbieter die Konditionen nach einer gewissen Zeit erhöhen können. Kunden dürften dann zwar kündigen, doch es sei fraglich, ob sie dies auch tun. Die Kosten seien entscheidend, denn von ihnen hänge ein Großteil der Rente ab. Schon ein halber Prozentpunkt mehr an Kosten könne über die Jahrzehnte einige Zehntausend Euro ausmachen. Dann fräßen die Kosten die staatliche Förderung schnell komplett auf, und man könne das Geld gleich direkt in einen ETF investieren.
Das neue Modell soll die Altersvorsorge gegenüber Riester verbessern. Nach Nauhausers Einschätzung wird die staatliche Förderung in vielen Fällen vorteilhafter, vor allem wenn man eine höhere eigene Zuzahlung leisten kann. Bei Riester habe der Staat höchstens 775 Euro gezahlt. Anders als bisher hänge die Förderung nicht mehr vom Einkommen ab. Deshalb rät Nauhauser, alte Riester-Verträge nicht zu kündigen, sondern den Fördervertrag auf ein neues Produkt zu übertragen, da sonst die angesammelten Fördergelder verloren gingen.
Im Plusminus-Podcast hat die Redaktion anhand einer Modellrechnung die möglichen Ergebnisse verglichen. Voraussetzung ist eine jährliche Rendite der ETFs von durchschnittlich sechs Prozent. Bei Einzahlung des Höchstbetrags seien gut 208.000 Euro möglich, die zeitlich gestreckt als monatliche Zusatzrente ausgezahlt würden.
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