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Netanyahu nennt Sturz der iranischen Regierung als Ziel – Experten zweifeln

Israels Ministerpräsident Netanyahu bezeichnet den Sturz der iranischen Regierung weiter als vorrangiges Ziel. Analysten bezweifeln, dass Israel eine Strategie hat, um militärische Erfolge in einen politischen Umsturz zu übersetzen.

Netanyahu nennt Sturz der iranischen Regierung als Ziel – Experten zweifeln
Foto: Archivfoto: Avi Ohayon / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Das Wichtigste in Kürze

  • Netanyahu erklärte, der Sturz der iranischen Regierung bleibe das vorrangige Ziel Israels, während er in den Umfragen an Zustimmung verliert
  • Analysten sehen Israel zwar militärisch zu Angriffen auf Iran fähig, es fehle aber an einer klaren Strategie, militärische Gewinne in einen Regierungssturz zu überführen
  • Ohne US-Unterstützung fehlen Israel laut Coningham die Fähigkeiten, tief eingegrabene Anlagen wie Fordow zu treffen, für die die USA die Bunkerbrecher GBU-57 besitzen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat erklärt, der Sturz der Regierung in Teheran bleibe das vorrangige Ziel Israels. Wie der Sender Al Jazeera berichtet, äußerte sich Netanyahu, während er in den Umfragen an Zustimmung verliert und in der kommenden Woche landesweite Wahlen stattfinden.

Die Äußerungen fielen nach Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump am Sonntag und nach einem Besuch von Pentagon-Chef Pete Hegseth in Israel. Netanyahu deutete jedoch nicht an, dass Washington einer weiteren Offensive gegen Iran zugestimmt habe, geschweige denn einer Kampagne zum Sturz der iranischen Führung.

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Israel verfüge über die Feuerkraft, Iran erheblichen Schaden zuzufügen, sagten Analysten dem Sender. Es fehle jedoch an einer klaren Strategie, militärische Gewinne in den Sturz der Regierung zu übersetzen. Luftangriffe allein dürften dafür kaum genügen, eine Bodeninvasion würde ein weit größeres militärisches Engagement verlangen.

Eine neue Offensive träfe auf einen Staat, der bereits zwei Angriffswellen überstanden hat und weiterhin in der Lage ist zurückzuschlagen, sowohl gegen Israel als auch gegen Golfnachbarn, auf deren Gebiet US-Militärressourcen stationiert sind. Ob die USA einen solchen Einsatz unterstützen würden, ist ungewiss. Experten bezweifeln, dass Washington zu erneuten Kämpfen bereit ist, solange keine glaubwürdige Aussicht besteht, Iran zur Kapitulation vor seinen Forderungen zu zwingen.

Dass Israel Iran angreifen kann, steht nach Einschätzung von Urban Coningham vom Royal United Services Institute (RUSI) nicht infrage. Israel verfüge über große Bestände an Angriffswaffen und über Fähigkeiten zur Luftbetankung, was ihm einen erheblichen Vorteil verschaffe. Israel könne erneut die Luftüberlegenheit herstellen und iranische Ziele treffen, sagte Coningham.

Netanyahu stellt die iranische Führung nach Darstellung der Quelle seit seiner ersten Amtszeit als Ministerpräsident 1996 als große Bedrohung dar. Damals sagte er vor dem US-Kongress im Juli, das gefährlichste dieser Regime sei Iran, das eine grausame Despotie mit fanatischem Militantismus verbinde. Knapp 30 Jahre später habe die Beteiligung der USA am Krieg vom Juni 2025 und an der am 28. Februar dieses Jahres begonnenen Kampagne den militärischen Eingriff gebracht, den Netanyahu lange angestrebt habe. Der Sturz der Regierung sei jedoch ausgeblieben. Netanyahu habe die Grenzen von Luftangriffen im März selbst eingeräumt und gesagt, es lasse sich nicht allein aus der Luft erreichen. Eine Bodenkomponente sei ebenfalls nötig, ohne dass er ausgeführt habe, wie diese aussehen solle.

Caglar Kurc, Assistenzprofessor an der Abdullah-Gül-Universität im türkischen Kayseri, sagte, Bombardements könnten die militärischen Fähigkeiten Irans schwächen, aber nicht zwingend seine Fähigkeit zur Gegenwehr beseitigen. Gut versteckte Systeme würden überleben. Einen Sturz der Regierung hält er nur für möglich, wenn man bereit sei, Truppen zu entsenden und jahrelang im Land zu bleiben. Israel könne zudem nicht mehr davon ausgehen, dass verdeckte Methoden, die bei früheren Angriffen zum Einsatz kamen, erneut gleich wirksam wären.

Coningham beschrieb nachrichtendienstliche Quellen als Mittel, die man einmal nutzt und dann verbraucht, weil ihr Einsatz Netzwerke gefährde, die iranische Sicherheitsdienste untersuchen und zerschlagen würden. Israel habe weiterhin menschliche Quellen vor Ort, Cyberangriffe könnten Teil einer neuen Kampagne sein. Deren Einsatz riskiere jedoch, diese Fähigkeiten preiszugeben und zu verlieren, weshalb ein greifbarer militärischer Gewinn eine wichtige Rolle spiele. Auch kurdische oder belutschische bewaffnete Gruppen hielt Coningham nicht für fähig, die nötige Bodentruppe zu stellen. Laut CNN, das sich auf kurdische und US-Beamte berief, hatte die Trump-Regierung im März erwogen, oppositionelle kurdische Gruppen zu bewaffnen. Daraus sei nichts geworden. Kurdische Gruppen hätten nicht die militärischen Fähigkeiten, es mit den Revolutionsgarden (IRGC) aufzunehmen, sagte Coningham.

Iran müsse Israels Flugzeuge nicht Flugzeug für Flugzeug erreichen, um einen weiteren Angriff sehr teuer zu machen, so Experten. Sidharth Kaushal, Senior Research Fellow am RUSI, sagte dem Sender, Iran verfüge wahrscheinlich noch über beträchtliche Raketenbestände, auch wenn Schäden an Zielsystemen ihre Wirksamkeit einschränken könnten. Die Bestände an Anti-Schiffs-Raketen dürften groß bleiben, da diese vergleichsweise leicht herzustellen seien. Iran produziere zudem einen Großteil älterer chinesischer Anti-Schiffs-Raketen inzwischen selbst, und die südlichen Gebirge böten natürlichen Schutz vor Luftangriffen.

Für Israel werde es schwieriger, seine Abwehr aufrechtzuerhalten, weil frühere Schlagabtausche die Bestände an Abfangraketen verringert hätten, sagte Coningham. Längere Angriffe belasteten zudem die Finanzen, da Israel vergleichsweise billige iranische Drohnen mit weit teureren Abwehrwaffen abfangen müsse. Dieses Ungleichgewicht könne die Vorräte an Abfangwaffen weiter unter Druck setzen, während Iran noch lange billige Waffen in großer Zahl produzieren könne. Trump stehe unter Druck, vor den US-Zwischenwahlen eine erneute Eskalation zu vermeiden.

Die Financial Times hatte in dieser Woche berichtet, dass ein israelischer Vorschlag für erneute Angriffe keine Zustimmung von Trump gefunden habe. Dem Bericht zufolge gehe es dabei um Uneinigkeit über ein sofortiges Vorgehen, nicht darum, dass Washington künftige Angriffe grundsätzlich ausschließe. Ohne Trump fehlten Israel nach Coningachs Worten die US-Fähigkeiten, tief eingegrabene Anlagen zu treffen. Dazu gehören die 30.000 Pfund schweren Bunkerbrecher GBU-57, die US-Bomber vom Typ B-2 im Juni 2025 auf die Atomanlagen Fordow und Natans abwarfen. Die Waffen seien dafür ausgelegt, tief vergrabene Ziele zu durchdringen, und hätten Washington eine Offensivfähigkeit verschafft, die Israel allein nicht habe.

Griffe Israel ohne US-Unterstützung an, könnte Iran seine Vergeltung laut Coningham auf israelisches Territorium konzentrieren und US-Ziele sowie Störungen der Straße von Hormus meiden. Ein solches Vorgehen würde Israel treffen, ohne Washington direkt in die Kämpfe zu ziehen, und das ohnehin weitgehend geächtete Land womöglich noch stärker isolieren. Diese Isolation steht im Zusammenhang mit dem Vorgehen Israels im Gazastreifen, das der Sender als Völkermord bezeichnet.

Als zentrales Hindernis nennen Analysten die Lücke zwischen der Fähigkeit, militärische Ziele zu zerstören, und der Fähigkeit, politischen Wandel in Iran zu erzwingen. Kurc fasste es so zusammen: Ein Regimewechsel sei nur möglich, wenn man bereit sei, Truppen zu entsenden und einige Jahre im Land zu bleiben. Israel könne Iran nicht kontrollieren. Die USA würden sich nicht auf einen weiteren Regimewechsel einlassen, der Jahrzehnte dauern könnte.

Dieser Beitrag wurde automatisiert auf Grundlage externer Nachrichtenquellen und unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt. So arbeiten wir

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