Für das weltweit erste Endlager für verbrauchte Brennelemente hat Finnland grünes Licht gegeben. Wie Spiegel Online berichtet, soll die Anlage in der Gemeinde Eurajoki im Südwesten des Landes bald in Betrieb gehen. Wie das Entsorgungsunternehmen Posiva am Donnerstag mitteilte, steht ein genauer Termin dafür jedoch noch nicht fest.
Der unterirdische Bau mit dem Namen »Onkalo«, das auf Finnisch Höhle heißt, begann vor 22 Jahren. Damit hat die Errichtung des Lagers deutlich länger gedauert als der Bau eines Atomkraftwerks. Atomkraftwerke entstehen meist deutlich schneller, je nach Land und Reaktortyp in der Regel zwischen sieben und 15 Jahren.
Posiva-Geschäftsführer Ilkka Poikolainen bezeichnete den Tag als großartig und historisch, und zwar sowohl für das Unternehmen als auch für das ganze Land. Vor Beginn der Einlagerung muss Posiva nach eigenen Angaben noch Tests und Inspektionen vornehmen. Diese werden von der finnischen Strahlenschutzbehörde und der Aufsicht für nukleare Sicherheit geprüft und müssen von ihr genehmigt werden.
Das Endlager wurde in festes Grundgestein gebohrt, das 1,9 Milliarden Jahre alt ist. Es bietet Platz für 6500 Tonnen Uran. Vorgesehen ist es für abgebrannte Brennelemente aus den fünf Kernreaktoren des Landes. Diese bleiben noch Jahrtausende lang hochradioaktiv.
Die Brennelemente sollen zunächst in korrosionsbeständige Kupferbehälter eingekapselt werden. Danach sollen die Bohrlöcher verfüllt und mit einem Betonstopfen mit Stahlverstärkung verschlossen werden.
Seit dem Bau der ersten Atomkraftwerke in den Fünfzigerjahren ringen Länder damit, wie sie mit dem gefährlichen Atommüll umgehen sollen. Bislang wird der größte Teil davon zwischengelagert. Auch Schweden und Frankreich errichten Endlagerstätten. Finnland dürfte jedoch das erste Land sein, dessen unterirdisches Lager in Betrieb geht.
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