Kurz nach 19 Uhr am Mittwochabend trat Ilse Aigner im Senatssaal des bayerischen Landtags ans Rednerpult. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung waren rund 320 Gäste gekommen, unter ihnen Politiker, Juristen, Polizisten, vertreter von Religionsgemeinschaften, Studierende und Künstler. Aigner hatte als Landtagspräsidentin zu der Veranstaltung unter dem Titel „Der neue alte Wahn – der moderne Judenhass“ eingeladen.
Die CSU-Politikerin sprach etwas mehr als eine Viertelstunde. Diesmal wolle sie jedoch weiter gehen und harte Worte finden, kündigte sie zu Beginn an.
Der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer habe es auf den Punkt gebracht: Die nachfolgenden Generationen seien nicht für das verantwortlich, was geschehen sei, wohl aber dafür, dass es nicht wieder geschehe.
Sie meine damit den Judenhass. Sie habe sich getäuscht, sagte Aigner.
Aigner sprach anschließend einen Satz, den sie später wiederholen werde und den die Süddeutsche Zeitung bisher von keinem anderen Spitzenpolitiker gehört habe: Die Formel vom Nie wieder sei tot. Aigner selbst habe bislang Formulierungen gewählt, wonach das Versprechen nicht gehalten werden konnte oder der erstarkende Rechtsextremismus und Antisemitismus das Gegenteil davon seien.
InstaNews hatte am 22. Oktober darüber berichtet, dass Söder beim Parteitag in München für Aigner als Bundespräsidentin warb.
Das Nie wieder werde aber auch von links beerdigt, sagte Aigner.
Die Totengräber des Nie wieder dürften jedoch nicht das letzte Wort haben, betonte Aigner.
Antisemitismus habe mit der Realität nichts zu tun, sagte Nassehi, weshalb man mit Aufklärung nicht weit komme.
Aigner antwortete, die Menschenwürde sei das Wichtigste. Es brauche in der Regel keine Wundertaten, sondern nur einen Grundanstand.
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